Frankreich lockt Griechenland mit günstigen Rafale-Jets, damit Athen seine Mirage 2000-5 an die Ukraine abgibt – doch in Athen wächst der Druck.
Frankreich erhöht spürbar den Druck auf Griechenland, einen Teil seiner 24 Mirage 2000-5 an die Ukraine abzugeben. Im Gegenzug bietet Paris zusätzliche Rafale F4-Kampfjets zu einem „vorteilhaften Preis“, wie die griechische Tageszeitung „I Kathimeriní“ berichtet.
Das französische Fachportal „Zone Militaire“ schreibt, Paris wolle damit erreichen, dass Athen seine Mirage-Flotte schrittweise ausmustert und Kiew mit dringend benötigten Jets versorgt.
ANZEIGE5 Fakten: Warum die Mirage 2000-5 für die Ukraine so wichtig sind
Die Ukraine fliegt bereits einige Mirage 2000-5 aus französischer Beständen. Laut „Zone Militaire“ wurden fünf Maschinen der französischen Luft- und Weltraumstreitkräfte umgerüstet, drei davon schon geliefert – eine sei im Juli 2025 abgestürzt.
Diese Jets haben zunächst russische Drohnen und Raketen abgefangen, mit einer Erfolgsquote von 98 Prozent, so das Portal. Inzwischen setzen die ukrainischen Streitkräfte die Mirage dank der französischen Präzisionswaffe AASM „Hammer“ auch für Angriffe am Boden ein.
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Das ukrainische Wirtschafts- und Nachrichtenportal „UBN“ betont, wie wichtig weitere Mirage für Kiew wären: Mehr Jets könnten die Luftverteidigung stärken und teure Boden-Luft-Raketensysteme entlasten.
Ein französischer Kampfjet des Typs Rafale trägt mehrere Raketen. picture alliance / abaca | ABACA Griechenland zögert – Angst vor eigener Schwächung
Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hatte 2024 klargestellt, dass Kampfjets eine andere Dimension haben als alte Waffenbestände: „Wenn wir von Kampfflugzeugen sprechen, erreicht die Diskussion eine andere Ebene. Dort sind wir noch nicht“, so Mitsotakis laut „Zone Militaire“.
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Athen fürchtet, seine Verteidigung gegenüber der Türkei zu schwächen. Gleichzeitig läuft 2027 der Vertrag für die Wartung der Mirage 2000-5 aus und eine Verlängerung ist unsicher. Die griechische Luftwaffe will ihre Flotte ohnehin auf Rafale, F-35A und F-16 Viper konzentrieren, so das Fachportal.
Macrons Plan: Rafale-Rabatt und neue Sicherheitsordnung
Laut „UBN“ ist der Deal Teil einer größeren Strategie von Präsident Emmanuel Macron: Frankreich wolle sich als zentraler Luftfahrtpartner der Ukraine positionieren, die Armeen verbündeter Staaten modernisieren und so die europäische Verteidigung stärken.
Paris habe seine diplomatischen Bemühungen vor dem geplanten Staatsbesuch Macrons am 24. und 25. April in Athen noch einmal verstärkt, berichtet „I Kathimeriní“. Die Ukraine hofft, dass bis dahin ein Durchbruch gelingt.
Ob Griechenland dem Angebot zustimmt, ist offen.