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Hamburg – Nach den Vorwürfen seiner Ex-Frau Collien Fernandes (44) gegen Schauspieler Christian Ulmen (50) meldet sich nun Moderator Markus Lanz (57). In einem Interview mit dem Magazin „Stern“ zeigt er Mitgefühl. Der Grund: Auf menschlicher Ebene gehe ihm der Fall sehr nah.

Er habe keinen Grund, an der Berichterstattung zu zweifeln. „Aber auf einer rein menschlichen Ebene empfinde ich nicht nur Mitgefühl für Collien Fernandes, sondern auch für den Rest der Familie“, sagt Markus Lanz. „Für die gemeinsame Tochter, die weiter zur Schule gehen muss. Für Eltern und Geschwister, die alle weiter ihr Leben leben müssen und nun morgens beim Bäcker angestarrt werden.“

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Der Fall (Fernandes wirft Ulmen vor, „sie virtuell vergewaltigt zu haben“) beschäftigt den ZDF-Moderator seit Wochen. Aufgrund der medialen Dimension empfinde er auch Mitleid mit Christian Ulmen, sagt Markus Lanz. „Auch wenn er mutmaßlich einen Riesenfehler begangen hat.“ Besonders bewegt ihn die Wucht der öffentlichen Reaktionen. Die „Wut, die vor allem über Social Media kommt“, erinnere ihn an seine eigene Krise nach dem „Wetten, dass..?“-Aus. „Ich war plötzlich der Buhmann der Nation.“

Collien Fernandes (44) und Christian Ulmen (50) waren 14 Jahre verheiratet. Im „Spiegel“ warf Collien Fernandes ihrem  Ex Christian „virtuelle Vergewaltigung“ vor. Er soll auf Fake-Profilen im Internet digital veränderte Bilder und Videos („Deepfakes“) verbreitet haben, die sie nackt oder bei sexuellen Handlungen zeigen. Sie erstattete in Spanien Anzeige gegen ihn.

Collien Fernandes (44) und Christian Ulmen (50) waren 14 Jahre verheiratet. Im „Spiegel“ warf Collien Fernandes ihrem Ex Christian „virtuelle Vergewaltigung“ vor. Er soll auf Fake-Profilen im Internet digital veränderte Bilder und Videos verbreitet haben, die sie nackt oder bei sexuellen Handlungen zeigen. Sie erstattete in Spanien Anzeige gegen ihn.

Foto: A-way!/BorisTrenkel

„Hoffe, dass er wenigstens einen Freund hat“

Er wolle keine Ratschläge erteilen, sagt Markus Lanz. Er könne nur für sich sagen, „dass ich vermutlich versucht hätte, die Situation privat zu klären.“ Trotzdem halte er die Diskussion darüber, losgelöst von dem Fall, für wichtig. „Ich will aber auch sagen: Was Christian Ulmen dem Vernehmen nach gemacht hat, ist völlig indiskutabel, aber nicht repräsentativ für ein ganzes Geschlecht“, so Markus Lanz. „Und weiter: Wie sollen Väter mit ihren Söhnen über das Thema sprechen, wenn Männer pauschal nur noch als Problembären beschrieben werden? Wir müssen uns doch als Menschen weiterhin erst einmal unvoreingenommen und ohne Verdächtigungen begegnen, sonst sind wir als Gesellschaft erledigt.“

Christian Ulmen habe er persönlich nie getroffen, erklärt Markus Lanz. Er hoffe aber, „dass er wenigstens einen Freund hat, der ihn anruft und fragt, wie es ihm geht.“

Der Fall Fernandes/Ulmen

Fernandes wirft ihrem Ex-Mann massive digitale Übergriffe vor. Es geht um Fake-Accounts, sexuelle Chats mit fremden Männern und pornografische Darstellungen, die unter ihrem Namen verbreitet worden sein sollen. Auch von „digitaler Vergewaltigung“ ist die Rede. Gegen Ulmen laufen aktuell Ermittlungen. Ulmens Anwalt weist zentrale Punkte zurück. Vor allem der Verdacht, sein Mandant habe Deepfake-Pornos erstellt oder verbreitet, sei falsch. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Das sagt Ulmens Anwalt zu den Vorwürfen

Auf BILD-Anfragen zu den Vorwürfen von Fernandes antwortete Christian Ulmen bisher nicht. Sein Anwalt Christian Schertz schickte im März nur ein Informationsschreiben. In diesem heißt es zum „Spiegel“-Artikel: „Die Berichterstattung ist nach summarischer Überprüfung aus mehreren Gründen rechtswidrig.“ Es würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung“ verbreitet. Ulmen hat mittlerweile bei der Pressekammer des Landgerichts Hamburg einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den „Spiegel“ eingereicht. Der Schauspieler weist laut seinem Anwalt drei Aspekte der Berichterstattung entschieden zurück. Vor allem der Verdacht, sein Mandant habe Deepfake-Pornos erstellt oder verbreitet, sei falsch.