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Washington/Teheran – Die USA machen im Persischen Golf ernst – und setzen Iran mit einer Blockade der Straße von Hormus unter Druck. Der Iran hatte zuvor versucht, die Meerenge zu blockieren, ließ jedoch iranische Schiffe passieren. Nun reagieren die USA mit einer Gegenblockade. Damit wollen die USA eine der Einnahmequellen des Mullah-Regimes treffen: den Export von Öl. Doch wie läuft das konkret ab? Ein Beispiel zeigt Schritt für Schritt, wie die Blockade funktioniert.

Nehmen wir an, ein Öltanker liegt in einem iranischen Hafen, wird beladen und läuft aus. Genau hier setzt die Blockade an. Laut dem Wall Street Journal überwachen die USA mit Satellitenbildern, Geheimdienstinformationen und Schiffsdatensystemen jede Bewegung. Kaum verlässt der Tanker den Hafen, wird er identifiziert und verfolgt.

So greifen die USA auf offener See zu

Gleichzeitig sind im Golf von Oman 15 US-Kriegsschiffe im Einsatz – darunter ein Flugzeugträger und mehrere Zerstörer. Sie formen eine Drohkulisse. Doch nehmen wir an, der Tanker aus dem Beispiel fährt trotzdem weiter. Die USA lassen ihn zunächst passieren – vor allem im engen Teil der Straße von Hormus. Dort wäre es zu riskant, das Schiff zu stoppen, weil Iran mit Raketen, Drohnen oder Schnellbooten angreifen könnte. Stattdessen warten die US-Streitkräfte weiter draußen im Golf von Oman. Sobald der Tanker diese Zone erreicht, beginnt der Zugriff. US-Kriegsschiffe und Hubschrauber nähern sich. Laut dem Wall Street Journal kommen dann Spezialkräfte zum Einsatz: Sie seilen sich von Hubschraubern auf das Deck ab und übernehmen das Schiff – das ist zumindest die Drohung.

Blockade und Minenräumung

Die US-Blockade zeigt bereits Wirkung: Zeitweise fuhr kein einziges Schiff mehr von iranischen Häfen durch die Straße von Hormus. Analysten zufolge sollen allerdings zwei Tanker die Blockade durchbrochen haben. Gleichzeitig versuchen die USA, die Route sicherer zu machen. Laut dem Wall Street Journal versucht die US-Marine gleichzeitig, mögliche iranische Seeminen aus der Meerenge zu räumen. Im Rahmen seiner eigenen Blockade hatte der Iran behauptet, Teile der Meerenge seien vermint.