
AUDIO: Hamburg: Streiks bei Lufthansa (6 Min)
Stand: 15.04.2026 13:23 Uhr
Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ruft Lufthansa-Piloten nach wie vor zu einem erneuten Ausstand für Donnerstag und Freitag auf. Ein Schlichtungsversuch scheiterte. Das Kabinenpersonal streikt bereits heute und morgen.
Das Unternehmen und die Gewerkschaft VC konnten sich nicht auf den Umfang der zu schlichtenden Tarifthemen einigen. Somit bleibt es beim Streikaufruf für die kommenden beiden Tage für die Lufthansa und ihre Tochter Cityline. Eurowings soll ausschließlich morgen bestreikt werden.
VC-Präsident Andreas Pinheiro hielt der Lufthansa vor, das Angebot abgelehnt zu haben. Die Arbeitgeberseite habe umfassende Forderungen zur Bedingung gemacht und unter anderem über abgeschlossene Tarifverträge mit teilweise langer Laufzeit reden wollen. „Wer ein solches Angebot ausschlägt und darüber hinaus auch keinerlei verhandlungsfähige Angebote macht, nimmt zumindest in Kauf, dass sich Tarifauseinandersetzungen weiter zuspitzen, anstatt aktiv an einer Deeskalation mitzuwirken“, sagte der VC-Präsident. Die Lufthansa erklärte hingegen, dass das Ziel einer Schlichtung ausschließlich die Befriedung sämtlicher Konflikte sein müsse, sagte ein Sprecher. Dies sei mit der VC, die sich streikfähig habe halten wollen, nicht zu machen gewesen.
Seit Mitternacht haben zudem die etwa 20.000 Flugbegleiter von Lufthansa und Cityline ihre Arbeit niedergelegt – viele Flüge wurden gestrichen. Zum Ausstand aufgerufen hatte die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO).
Großflächige Flugausfälle heute und morgen
Vom Streik der Flugbegleiter betroffen sind laut UFO alle Abflüge der Lufthansa von den Flughäfen Frankfurt und München sowie alle Abflüge der Lufthansa-Tochter Cityline von den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Hannover, Stuttgart, Köln, Düsseldorf und Berlin. In Hamburg sind deshalb im Laufe des Tages 20 Flüge von und nach Frankfurt am Main sowie 22 Flüge von und nach München gestrichen, wie der Flughafen am Morgen mitteilte. Ähnliche Auswirkungen dürfte der Streik auch morgen haben. In Hannover wurden für beide Tage jeweils mehr als ein Dutzend Starts und Landungen gestrichen. Ähnlich sieht es am Bremen Airport aus. Dort geht heute laut Flughafen-Webseite kein einziger Flug nach Frankfurt oder München. Bereits am vergangenen Freitag hatten die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter gestreikt, was bundesweit zu Hunderten Flugstreichungen führte.
Ausstand der Piloten sorgte für Hunderte Flugausfälle
Bereits Montag und Dienstag hatte ein zweitägiger Ausstand der Pilotinnen und Piloten dafür gesorgt, dass viele Lufthansa-Maschinen am Boden blieben. Nach Angaben des Flughafen-Betreibers Fraport entfielen in Frankfurt Hunderte Starts und Landungen der Lufthansa. Rund 50.000 Fluggäste waren allein dort von Ausfällen und Umbuchungen betroffen. Auch am zweitgrößten deutschen Flughafen in München waren es Hunderte Lufthansa-Maschinen, die nicht abhoben oder landeten. In Hamburg waren laut der Flughafen-Webseite bei der Lufthansa Montag und Dienstag jeweils mehr als 20 Verbindungen nach München und Frankfurt betroffen. Bei Eurowings fielen zum Wochenanfang ebenfalls zahlreiche Flüge aus.
Die Pilotengewerkschaft fordert Verbesserungen bei der betrieblichen Altersvorsorge der Piloten und kritisiert fehlende Gesprächsbereitschaft der Lufthansa.

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Lufthansa: Kein Verständnis für den Streik
Die Lufthansa hatte mit Unverständnis auf den Streikaufruf der Piloten reagiert. Die Streik-Ankündigung der Spartengewerkschaft Vereinigung Cockpit „stellt eine völlig neue Stufe der Eskalation dar“, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Kernforderung der Gewerkschaft nach Verdopplung einer „ohnehin schon überdurchschnittlichen und exzellenten betrieblichen Altersvorsorge“ sei absurd und unerfüllbar.

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