US-Präsident Donald Trump hat im Streit mit Papst Leo XIV. erneut ein KI-generiertes Bild mit Jesus-Motiv veröffentlicht. Die am Mittwoch auf der Plattform Truth Social geteilte Darstellung zeigt, wie Jesus den Präsidenten umarmt. Trump versah den Beitrag mit dem Kommentar: „Den linksradikalen Verrückten gefällt das vielleicht nicht, aber ich finde es ziemlich schön!!!“

Vor zwei Tagen hatte Trump ein ähnliches Bild gelöscht, das ihn als eine an Jesus erinnernde Figur bei einer Krankenheilung zeigte. Nach Kritik auch aus den eigenen Reihen sprach er von einer Darstellung als Arzt. Der Bilderstreit fällt in eine Zeit, in der sich der erste aus den USA stammende Papst und die US-Regierung wegen des Iran-Kriegs offen befehden.

Trump legte in der Nacht zum Mittwoch auch inhaltlich nach. „Könnte bitte jemand Papst Leo sagen, dass der Iran in den letzten zwei Monaten mindestens 42.000 unschuldige, völlig unbewaffnete Demonstranten getötet hat, und es absolut inakzeptabel ist, dass der Iran über eine Atombombe verfügt?“, schrieb er auf Truth Social.

Auch Vizepräsident JD Vance griff das Oberhaupt der katholischen Kirche an. Es sei sehr wichtig, dass der Papst vorsichtig sei, wenn er über theologische Fragen spreche, sagte Vance am Dienstagabend an der Universität von Georgia. Er bezog sich dabei auf eine Äußerung Leos, wonach Jünger Christi niemals auf der Seite derer stünden, die Bomben abwürfen.

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Leo selbst rief auf seiner Afrikareise zu Frieden und Koexistenz auf. Auf dem Flug von Algerien nach Kamerun sagte der Pontifex am Mittwoch, die Welt müsse heute die Botschaft hören, dass Menschen trotz unterschiedlicher Glaubensrichtungen friedlich zusammenleben könnten. Auf die jüngsten Attacken Trumps ging er dabei nicht direkt ein.

Leo hatte der Nachrichtenagentur Reuters am Montag gesagt, er habe keine Angst vor der US-Regierung und werde den Krieg weiter kritisieren. Dieser war am 28. Februar von den USA und Israel begonnen worden. Für Trump birgt der Konflikt vor den Kongresswahlen im November ein Risiko: Christen bilden eine entscheidende Säule seiner Wählerschaft. (Reuters)