Sierra Leone verzeichnete in dieser Woche die Hälfte aller bestätigten Mpox-Fälle in Afrika, wie die wichtigste Gesundheitsbehörde des Kontinents am Donnerstag mitteilte. Das westafrikanische Land gilt damit als Haupttreiber des aktuellen Ausbruchs.
Mpox ist eine virale Infektion, die durch engen Kontakt übertragen wird und typischerweise grippeähnliche Symptome sowie mit Eiter gefüllte Hautläsionen verursacht. Die Erkrankung verläuft meist mild, kann jedoch tödlich enden.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die den Notstand erstmals im August letzten Jahres ausrief, bleibt Mpox aufgrund der weiterhin steigenden Fallzahlen und der zunehmenden geografischen Ausbreitung ein öffentlicher Gesundheitsnotstand.
Die Africa Centres for Disease Control and Prevention (Africa CDC) teilten mit, dass Sierra Leone innerhalb einer Woche 384 bestätigte Fälle meldete, was 50,7 % aller Fälle auf dem Kontinent entspricht.
Sierra Leone, das Mpox bereits im Januar zum öffentlichen Gesundheitsnotstand erklärte, verzeichnete innerhalb nur einer Woche einen Anstieg der bestätigten Fälle um 63 %, erklärte Africa-CDC-Vertreter Ngashi Ngongo in einem Online-Briefing.
Ngongo betonte, dass die Finanzierung das Hauptproblem sei, fügte jedoch hinzu, dass auch die Kontaktverfolgung und die Laborkapazitäten verbessert werden müssten.
„Die Behandlungseinrichtungen für Mpox verfügen lediglich über 60 Betten, wir sprechen jedoch von 800 aktiven Fällen“, sagte Ngongo und ergänzte, dass die meisten Infizierten daher zu Hause bleiben müssten.
Bereits im August des vergangenen Jahres hatten Beamte darauf hingewiesen, dass das Budget zur Bekämpfung von Mpox stark unterfinanziert sei. Im Februar warnten sie zudem, dass die von den Vereinigten Staaten zu Beginn des Jahres vorgeschlagenen Kürzungen die Bemühungen zur Eindämmung von Krankheitsausbrüchen gefährden würden.
Die Zahl der Mpox-Fälle in den besonders betroffenen Ländern Uganda und Burundi geht laut Ngongo stetig zurück, während sich die Situation in der Demokratischen Republik Kongo zu stabilisieren scheint.