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Berlin – Polit-Extremisten rufen erneut zum Marsch durch Grunewald auf, um wohlhabende Berliner einzuschüchtern.
Linksextremisten rufen zu Demonstrationen am 1. Mai auf, nicht nur in Friedrichshain-Kreuzberg, sondern auch im Ortsteil Grunewald.
Sie wollen, wie schon in den Vorjahren, die Stimmung gegen „Villenbesitzer“ anheizen und nennen ihren Auftritt „MyGruni“. Sie kündigen „kontrollierte Sprengungen“ an. Das sei „satirisch“ gemeint, sagen sie.
Aber sie meinen es doch ernst: Die „Reichen“ würden für „sozialen Sprengstoff“ sorgen, deshalb müsse man sie in ihrem „Villenviertel“ aufsuchen.
Ein Sammelbecken für Linke Extremisten
Als Veranstalter steckt hinter „MyGruni“ die Gruppe „Quartiermanagement GW“, ein Sammelbecken für Linksextremisten, die den 1. Mai zum Kampftag für Enteignung und Sozialismus erklären. „Umverteilung ist nicht nur möglich und notwendig, sondern kann auch Spaß machen“, skandierten sie im letzten Jahr.
2024 riefen sie zur „Razzia im Villenviertel“ auf, denn „die üble Gegend im Berliner Südwesten“ biete „der kapitalextremistischen Szene Unterschlupf“. Ein Redner rief in Richtung Anwohner von einer Tribüne am Johannaplatz: „Denken Sie an die tragischen Schicksale von Zar Nikolaus dem Dritten, der erschossen wurde, oder Marie Antoinette, die enthauptet wurde.“ Das sollte also auch „Satire“ sein. Seit 2018 geht das so.
Dennoch wird „MyGruni“ augenzwinkernd und unterstützend von den Medien begleitet. „Am Nachmittag des 1. Mai demonstrieren viele Gruppen eher bunt und satirisch in Grunewald“, berichtete der RBB im vergangenen Jahr. „Die wichtigsten Infos zum satirischen Protest“ gibt in diesem Jahr die Berliner Morgenpost, als ob es sich um ein Volksfest handeln würde.
MyGruni: eine aggressive Inszenierung, verpackt als Satire
Aber das ist es nicht. „MyGruni“ ist eine aggressive Inszenierung, raffiniert verpackt als „Satire“, um den Vorwurf der Volksverhetzung zu entkräften. Nichts anderes aber ist es, wenn man eine Gruppe von Menschen als Schuldige bezeichnet, um sie dann an ihrem Wohnort einzuschüchtern.
Vor dem Hintergrund unserer Geschichte ist genau das besonders geschmacklos. Erinnern sich die linken Aktivisten gar nicht, was schon geschehen ist?
Villenbesitzer wurden von den Nationalsozialisten durch Grunewald getrieben, deportiert und umgebracht. Die Sozialisten der DDR enteigneten Land-, Grund- und Hausbesitzer. Die Terroristen der „Rote Armee Fraktion“ (RAF) ermordeten die „Handlanger des Kapitals“.
Der lustige, satirische Aufmarsch in Grunewald ist weder lustig noch Satire. Es handelt sich um einen Anschlag auf den inneren Frieden, der als solcher bezeichnet und geächtet werden muss.
Hat Gunnar Schupelius recht? Schreiben Sie an: gunnar.schupelius@axelspringer.de