Die USA haben der von Russland überfallenen Ukraine seit Anfang 2022 mehr als 115 Milliarden Euro an Hilfen zur Verfügung gestellt. Damit sind sie laut Berechnung des Kiel Institut der mit Abstand größte Unterstützer, wenn es um einzelne Länder geht. Doch im Februar 2025 erfolgte die radikale Kehrtwende.

Kurz nach Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit stoppten die USA ihre Hilfen in den Bereichen Militär, Finanzen und Humanitäres. Die Vereinigten Staaten finanzieren der Ukraine seitdem keine Waffen mehr, sie geben keine Finanzspritzen und schicken auch keine Hilfspakete für die Zivilbevölkerung, ganz im Einklang mit Trumps „America first“-Strategie. Vizepräsident JD Vance zeigte sich nun sehr zufrieden mit dieser Entscheidung.

Vizepräsident sieht im Stopp eine große Leistung

Es ist eines der Dinge, auf die ich in dieser Amtszeit am meisten stolz bin“, sagte Vance am Dienstag bei einer Veranstaltung an der University of Georgia.

Und weiter: „Wir haben Europa klargemacht, dass es zwar Waffen kaufen kann, wenn es das möchte, die Vereinigten Staaten aber keine Waffen mehr kaufen und in die Ukraine liefern. Wir haben uns aus diesem Geschäft zurückgezogen. Das ist eine sehr gute Sache“.

Nach Daten des Kiel Institut wurde der Wegfall der USA im Jahr 2025 durch Europa kompensiert, wenn auch nicht komplett. Die Militärhilfen lagen demnach 13 Prozent hinter dem jährlichen Durchschnitt von 2022 bis 2024. Auch bei der finanziellen und humanitären Hilfe wurde ein Rückgang verzeichnet, der mit fünf Prozent jedoch geringer ausfällt.

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Zur Vollständigkeit gehört allerdings, dass die Ukraine und ihre Unterstützer trotzdem noch von den USA abhängig sind. Zum Beispiel ist davon auszugehen, dass die Vereinigten Staaten der ukrainischen Armee weiterhin Aufklärungsdaten für die Attacken ins russische Hinterland zur Verfügung stellen.

Zudem kommen viele der nun von Europa gekauften Waffen aus den USA. Darunter sind die wichtigen Patriot-Abwehrraketen zur Luftverteidigung, deren internationale Nachfrage wegen des Iran-Kriegs noch mal gestiegen ist. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach im ZDF von einem dermaßen großen Defizit, dass es „nicht mehr schlimmer geht“. (mit dpa)