Der Mutter-Konzern Migros hat im März das Ende von Tegut verkündet. Edeka will den Großteil der Filialen übernehmen. Nun teilte auch Rewe mit, etwa 40 Tegut-Filialen betreiben zu wollen.

Eine Person läuft an einer tegut-Filiale vorbei.

Der bisherige Eigentümer von Tegut möchte Filialen an Rewe und Edeka zu verkaufen.
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00:41 Min.|Daniel Käthner

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Der Lebensmittelhändler Rewe plant, bis zu 40 Filialen der Supermarktkette Tegut zu übernehmen. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, wurde ein entsprechender Vertrag mit dem Mutterkonzern Migros in Zürich unterzeichnet. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das Bundeskartellamt.

Gibt die Behörde grünes Licht, will Rewe den Großteil der Tegut-Märkte selbst betreiben, die übrigen sollen an die Discountertochter Penny gehen. Zum Kaufpreis und den betroffenen Standorten äußerte sich das Unternehmen nicht.

Schild Supermarktkette Tegut

Die meisten Tegut-Filialen befinden sich in Hessen. Den Beschäftigten will Rewe ein Jobangebot machen.

Interesse von Edeka und Aldi Nord

Der Schweizer Konzern Migros hatte im März verkündet, den deutschen Markt zu verlassen, um seine „Kräfte vollständig auf den Schweizer Markt zu konzentrieren“. Die Supermarkt-Kette ist seit längerem ein Sanierungsfall. Bereits Ende 2024 wurden 120 Stellen gestrichen und mehr als 30 Filialen verkauft.

Zeitnah teilte Migros mit, einen großen Teil der Tegut-Märkte an den Handelskonzern Edeka zu verkaufen. Auch dort wurde ein entsprechender Vertrag unterzeichnet. Dabei handelt es sich um rund 200 der insgesamt gut 300 Filialen. Das Geschäft bedarf ebenfalls noch einer Zustimmung des Kartellamtes.

Auch Aldi Nord interessiert sich wohl für einzelne Standorte. Wie viele Standorte letztendlich bestehen bleiben, ist bislang unklar. „Die Filialen werden zu größten Teilen an andere Lebensmitteleinzelhändler verkauft“, heißt es im Jahresabschluss der Genossenschaft Migros Zürich.

Eine Gruppe von Schweinen im Mastbetrieb in einem Stall mit Vollspaltenböden.

Experte: Veto des Kartellamts denkbar

Viele Rechtsexperten sehen die geplanten Übernahmen kritisch. Der Kartellrechtler Rupprecht Podszun von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf beklagt eine zu hohe Marktmacht der großen Handelsketten in Deutschland.

Er erwartet eine besonders intensive Prüfung durch das Kartellamt. Podszun hält es sogar für möglich, dass die Behörde die Vorhaben ganz oder teilweise untersagt.

Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet. Anfang 2013 übernahm Migros die Kette. Tegut betreibt mehr als 300 Supermärkte in sechs Bundesländern. Rewe gehört neben Edeka, der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) und Aldi zu den größten Lebensmittelhändlern in Deutschland. Die gleichnamige Supermarktkette betreibt hierzulande rund 3.800 Filialen, der Discounter Penny mehr als 2.100.