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München – Das ist der einzige Wermutstropfen beim großen Triumph über Real Madrid: Vincent Kompany (40) sah beim 4:3 im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League seine dritte Gelbe Karte der Saison. Der Bayern-Trainer ist für das Halbfinal-Hinspiel in Paris (28. April, Rückspiel 6. Mai) gesperrt!

Was war passiert? Kompany wurde nach einem Protest an der Seitenlinie in der 43. Minute vom slowenischen Schiedsrichter Slavko Vincic (46) verwarnt. Der Bayern-Coach beschwerte sich nach dem 2:3 über einen Bodycheck im Vorfeld von DFB-Star Antonio Rüdiger (33) gegen seinen Verteidiger Josip Stanisic (26).

Kompany beschwert sich über seine Gelb-Sperre

Nach dem Sieg beschwerte sich Kompany: „Ehrlich gesagt bin ich mit meiner Gelben Karte nicht zufrieden. Wirklich nicht! Ich finde, sie war nicht gerechtfertigt. Wenn man die Emotionen im Spiel betrachtet – und der Vierte Offizielle ist ja auch dazu da, um zuzuhören. Es ist normal, dass ich als Mitarbeiter zu ihm gehe und mit ihm spreche. Wenn meine Wortwahl falsch gewesen wäre, hätte ich in dem Moment akzeptiert, dass ich eine Gelbe Karte verdient hätte. Aber meine Wortwahl war nicht falsch!“

Voller Einsatz an der Seitenlinie: Vincent Kompany (40)

Voller Einsatz an der Seitenlinie: Vincent Kompany (40)

Foto: picture alliance/Kirchner-Media

Zur Wahrheit gehört aber auch: Kompany war in der ersten Hälfte sehr häufig außer sich an der Seitenlinie, rannte immer wieder gestikulierend auf den vierten Schiri zu. Und in der 43. Minute tippte er sich mit einem Finger auf den Kopf und zeigte den Vogel. Der Belgier kassierte seine dritte Verwarnung im laufenden Wettbewerb nach der am 5. Spieltag (1:3 beim FC Arsenal) und am 8. Spieltag (2:1 bei PSV Eindhoven) – deswegen ist Kompany nun im Halbfinal-Hinspiel in Paris gesperrt.

Bisher keine klare Co-Trainer-Hierarchie

Wer ersetzt Kompany an der Seitenlinie? Das ließ der Chef-Coach noch offen: „Was die Organisation des Spiels gegen Paris angeht, darüber werden wir in den nächsten Tagen nachdenken. Wir setzen uns in Ruhe zusammen und entscheiden den Ablauf.“

Die Bayern-Bank mit René Maric (33/l.), Aaron Danks (42), Chef Vincent Kompany (40/stehend), Floribert N‘Galula (39/verdeckt) und Neuzugang Daniel Fradley (35/r.)

Die Bayern-Bank mit René Maric (33/l.), Aaron Danks (42), Chef Vincent Kompany (40/stehend), Floribert N‘Galula (39/verdeckt) und Neuzugang Daniel Fradley (35/r.)

Foto: WITTERS

Was er meint: Er hat offiziell keinen klaren Co-Trainer Nummer 1! Jeder aus dem Quartett hat bisher seine Aufgaben, ohne dass es unter Kompany noch mal eine Hierarchie gibt: Aaron Danks (42) kümmert sich sehr viel um Standards. Floribert N‘Galula (39) ist schon die ganze Trainer-Karriere an Kompanys Seite, macht vor allem im Training viel. René Maric (33) ist vor allem das Taktik-Hirn. Daniel Fradley (35) kam gerade erst als Chefanalytiker von Manchester City.

Ist ER der Kompany-Ersatz in Paris?

Trotzdem ist wahrscheinlich, dass Danks in Paris den Chef an der Seitenlinie macht. Aktuell ist er in der Coaching-Zone bei Standards schon immer der, der die Kommandos von außen gibt. Kompany hält ihn für einen der talentiertesten englischen Trainer. „Danksy“ war schon mal zwei Spiele Interimstrainer bei Aston Villa, dort auch Assistent von Unai Emery und Steven Gerrard sowie beim FC Middlesbrough von Michael Carrick und beim RSC Anderlecht schon mit seinem jetzigen Chef.

Kompany: „Ich habe vollstes Vertrauen in die Mannschaft und das Trainerteam. Mein Team kann es schaffen – und ich bin dann bereit für das Rückspiel.“