Vom 16. April 2026
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Für das Multitalent Vitamin D werden ständig neue positive Eigenschaften entdeckt. Nun haben Forschende den Einfluss des Sonnenvitamins auf die Hirngesundheit weiter untersucht. Genau ging es um die Frage, ob eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D zu einem geringeren Demenzrisiko führen kann.
Dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D für den menschlichen Körper unverzichtbar ist – unter anderem für gesunde Knochen und verschiedene Stoffwechselvorgänge –, ist bekannt. Denn andernfalls drohen negative Auswirkungen auf die Gesundheit, beispielsweise steigt die Gefahr für Osteoporose und auch das Sterberisiko kann erhöht sein.
Zur Erinnerung: Die optimale Versorgung liegt bei Serumkonzentrationen von 25(OH)D über 30 ng/ml. Fällt der Vitamin D-Spiegel leicht unter die 30 ng/ml-Marke, wird von einer nicht mehr optimalen Versorgung gesprochen. Als Vitamin D-Mangel werden dagegen Werte unter 20 ng/ml eingestuft. Bei mehr als 50 ng/ml ist von einer Überversorgung die Rede.
Hinzukommt: Wer im mittleren Alter über eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D verfügt, schützt damit offenbar das Gehirn und weist später ein geringeres Demenzrisiko auf. Das zeigen neue Studiendaten.
Kann die Vitamin D-Versorgung das Demenzrisiko beeinflussen?
Ein Team der Universität Galway (Irland) hat für die American Academy of Neurology in einer Langzeitstudie über rund 16 Jahre mehrere hundert Patient:innen mit unterschiedlichen Vitamin D-Spiegeln untersucht. So wurde überprüft, ob und wenn ja wie sich die Vitamin D-Versorgung im Alter zwischen 30 und 40 Jahren später auf die Gehirnfunktion auswirkt. Genau ging es unter anderem um die Anzahl der Tau-Ablagerungen im Gehirn, die als Hauptmarker für eine Demenz gelten. Zu Studienbeginn wurde der Vitamin D-Spiegel von gesunden Patient:innen im Durchschnittsalter von 39 Jahren ermittelt, nach 16 Jahren wurden dann Gehirnscans im Hinblick auf das Vorliegen der zwei typischen Biomarker für Alzheimer, Tau-Proteine und das Peptid Beta-Amyloid, durchgeführt.
Das Ergebnis: Patient:innen, deren Vitamin D-Werte zu Beginn über 30 ng/ml lagen, wiesen weniger Tau-Proteine auf. Für Beta-Amyloid konnte kein Zusammenhang festgestellt werden. Die Forschenden machen jedoch deutlich, dass sie in ihrer Untersuchung zwar einen möglichen Zusammenhang zwischen einer ausreichenden Vitamin D-Versorgung und einem geringeren Demenzrisiko nachweisen konnten, jedoch keinen konkreten Beweis dafür liefern, dass Vitamin D direkt den Tau-Spiegel senkt oder das Demenzrisiko verringert. Zudem blieben mögliche Veränderungen beim Vitamin D-Spiegel während des Untersuchungszeitraums durch die lediglich einmalige Messung unberücksichtigt. Es braucht demnach weitere Untersuchungen.
Allerdings wurde in einer früheren Studie mit knapp 13.000 Teilnehmenden bereits belegt, dass die Einnahme von Vitamin D ein potenzielles Mittel zur Vorbeugung von Demenz sein könnte. Demnach war die Supplementierung des Sonnenvitamins mit einer um 40 Prozent geringeren Demenzinzidenz im Vergleich zu keiner Exposition verbunden.
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Annabell
Annabell Wagner gehört seit 2019 zur Redaktion von PTA IN LOVE und ist seit Sommer 2023 Stellvertretende Chefredakteurin. Mit Gesundheitsthemen kennt sie sich aus, denn seit 2016 versorgt sie Leser:innen mit spannenden News aus der Welt von Pharma, Medizin und Gesundheitspolitik. Annabell ist Apotheken-Fan und schätzt die freundliche, sympathische und kompetente Beratung der Kolleg:innen vor Ort.
