
AUDIO: Nachrichten aus dem Studio Hannover (8 Min)
Stand: 16.04.2026 19:10 Uhr
In der Rewe-Filiale auf der Lister Meile in Hannover gibt es kein Kassenpersonal – und auch keine Selbstscanner-Kassen. Stattdessen erfassen Hunderte Kameras, was Kundinnen und Kunden aus dem Regal nehmen.
Der Markt in Hannover ist eine von insgesamt sieben Testfilialen mit der sogenannten „Pick&Go“ Technologie. Das Konzept: Der Einkaufswagen oder Korb wird wie üblich beladen, ein Kassenterminal gibt dann per Knopfdruck eine Warenliste aus. Bei einem Testkauf des NDR haben die Kameras die Produkte korrekt erfasst, obwohl manche Dinge zwischendurch in die Regale zurückgestellt wurden – auch zum Teil an die falsche Stelle.
Aufnahmen werden nach kurzer Zeit gelöscht

Die Kameras an der Decke des Supermarktes erfassen jedes Regal und Produkt.
„Das System des Marktes nutzt dafür auch Sensoren in den Regalen und eine Künstliche Intelligenz, die jedem Kunden im Hintergrund eine Nummer zuordnet“, erklärt die zuständige Projektleiterin Alina Klüger. Ihren Angaben zufolge passiert das alles anonymisiert und die Bilder werden nach kurzer Zeit gelöscht. Datenschutzrechtlich sei das alles sauber, was auch der Handelsverband Niedersachsen-Bremen bestätigt. „Vor und im Supermarkt wird überall auf die Kameras hingewiesen und so kann der Kunde, der sich damit nicht wohlfühlt, die Situation meiden“, sagt die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes, Karin Schindler-Abbes.
„Erstaunlich“: Kundinnen und Kunden eher positiv gestimmt
Bei einer Umfrage im Markt äußern Kundinnen und Kunden dem NDR wenig oder gar keine Bedenken in Sachen Datenschutz. Einige, die zum ersten Mal dort waren, haben die Kameras zunächst gar nicht bemerkt. „Beim Bezahlen war es dann sehr erstaunlich, dass tatsächlich alle Einkäufe automatisch erfasst wurden“, sagt Kundin Paulina Hengstermann. Rewe will den Betrieb in dem Markt in Hannover und den sechs anderen Testfilialen zunächst eine Weile laufen lassen. Anschließend soll entschieden werden, ob die „Pick&Go“-Technologie in weiteren Märkten zum Einsatz kommt.

Kriegsfolgen im Supermarkt
Wenn Lebensmittel sprunghaft teurer werden, landen andere Produkte im Einkaufskorb. „No Name“ statt Marke, mehr Sonderangebote – und auch beim Bio-Einkauf wird stärker gespart. Von Steffen Clement.

Hinter Lebensmittel-Eigenmarken im Handel verbergen sich oft namhafte Markenhersteller. Wer sie kennt, kann viel Geld sparen.