Der Raum ist karg. Weiße Wände, Holzstühle und ein paar Tische, an denen drei Männer in schwarzen Roben sitzen. Viel mehr braucht es nicht für diese Art von Gütetermin, wie er täglich viele Male am Arbeitsgericht Mönchengladbach verhandelt wird. Doch dieser Termin nach einer Klage im bürgerlichen Rechtsstreit ist besonders – weil die Streitparteien namhaft sind. Auf der einen Seite steht Rolf Königs. Ehemaliger und langjähriger Präsident des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach und jahrzehntelanger Geschäftsführer der Aunde Group. Ein Düsseldorfer Rechtsanwalt vertritt Königs bei diesem Termin. Auf der anderen Seite die Aunde Group, vertreten durch den Anwalt einer Kölner Kanzlei. 1899 war das Unternehmen als Achter & Ebels in Mönchengladbach gegründet worden. Mit seinen Marken ist Aunde spezialisiert auf die Entwicklung und Produktion von Textilien für die Autoindustrie – und darin ein Weltmarktführer. Dass das so ist, liegt maßgeblich an dem Einsatz des heute 84-jährigen Rolf Königs. Und doch sind Unternehmen und ehemaliger Geschäftsführer nicht im Reinen miteinander.