
AUDIO: Lufthansa stellt Betrieb der Tochter Cityline ein (3 Min)
Stand: 16.04.2026 21:19 Uhr
Bei der Lufthansa wird morgen den fünften Tag hintereinander gestreikt – die Folge sind viele weitere Flugausfälle. Die Pilotinnen und Piloten sind von der Gewerkschaft dann bis Mitternacht zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Bei der Tochter-Airline Eurowings soll dagegen alles wieder planmäßig laufen.
Am Hamburger Flughafen werden – Stand Donnerstagabend – 44 der geplanten Lufthansa-Flüge ausfallen, wie auf der Webseite des Airports zu lesen war. In Hannover sind je acht Starts und Landungen abgesagt worden, in Bremen insgesamt 19 Flüge.
Bereits heute, am ersten Tag des von der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) initiierten zweitägigen Pilotenstreiks und dem zweiten des von der Gewerkschaft UFO organisierten Ausstands beim Lufthansa-Kabinenpersonal, waren bundesweit Hunderte Flüge annulliert worden, betroffen waren auch die drei größten Flughäfen in Norddeutschland. Pilotinnen und Piloten bei Eurowings hatten ihre Arbeit nach dem VC-Streikaufruf ebenfalls noch einmal für 24 Stunden niedergelegt. Auch das sorgte für Flugausfälle und Verspätungen.
Lufthansa und die Gewerkschaft hatten sich zuvor nicht auf eine Schlichtung in ihrer laufenden Tarifauseinandersetzung einigen können.
Viele Flugausfälle bereits in den vergangenen Tagen
Die Pilotengewerkschaft hatte bereits zu Wochenbeginn die Lufthansa-Piloten zum zweitägigen Streik aufgerufen, am Montag zusätzlich die von Eurowings. Hunderte Flugausfälle waren die Folge. Auch am Mittwoch, als das Kabinenpersonal nach einem Aufruf der Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) seinen zweitägigen Warnstreik begonnen hatte, war es zu vielen Flugstreichungen und Verspätungen im Flugverkehr gekommen. Allein in Hamburg waren 20 Flüge von und nach Frankfurt am Main sowie 22 Flüge von und nach München gestrichen worden.
Bundesweit waren in den vergangenen Tagen Zehntausende Reisende von den Warnstreiks des Flug-Personals betroffen. Zum Auftakt eines „Streik-Marathons“, der aber erst nach und nach bekannt gegeben wurde, hatten bereits am vergangenen Freitag die etwa 20.000 Flugbegleiterinnen und -begleiter bei der Lufthansa gestreikt, Hunderte Flüge fielen aus.

Hunderte Lufthansa-Flüge betroffen
Die Streiks bei der Lufthansa gehen weiter: Neben dem Kabinenpersonal legen heute auch wieder die Pilotinnen und Piloten der Airline die Arbeit nieder. Hunderte Flüge sind bereits ausgefallen.
Lufthansa stoppt Cityline-Flugangebot ab sofort
Wie die Lufthansa am Donnerstag mitteilte, wurde der Betrieb ihrer Tochter Cityline mit sofortiger Wirkung eingestellt. Der Konzern begründete den Schritt mit den gestiegenen Kosten für Kerosin und den Belastungen durch die derzeitigen Arbeitskämpfe des Flugpersonals. Die aktuelle Krise zwinge die Lufthansa, das schon länger geplante Aus der Cityline früher umzusetzen. Zum Ende des Sommerflugplans soll außerdem das Angebot der Kernmarke verringert werden.

Aus für Regionaltochter
Hohe Kerosinpreise und die aktuellen Streiks sorgen für eine angespannte Lage bei der Lufthansa. Als Reaktion wird der Betrieb der Regionaltochter CityLine vorzeitig eingestellt. Doch auch bei der Kernmarke sollen Kürzungen folgen.
Verhärtete Fronten
VC-Präsident Andreas Pinheiro hielt der Lufthansa vor, in der laufenden Tarifrunde das Angebot der Gewerkschaft zur Schlichtung des Konflikts abgelehnt zu haben. „Wer ein solches Angebot ausschlägt und darüber hinaus auch keinerlei verhandlungsfähige Angebote macht, nimmt zumindest in Kauf, dass sich Tarifauseinandersetzungen weiter zuspitzen, anstatt aktiv an einer Deeskalation mitzuwirken“, sagte er.
Die Lufthansa erklärte hingegen, dass das Ziel einer Schlichtung ausschließlich die Befriedung sämtlicher Konflikte sein müsse, sagte ein Sprecher. Dies sei mit der VC, die sich streikfähig habe halten wollen, nicht zu machen gewesen.

Luftfahrtbranche unter Druck
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Lufthansa will „gemeinsamen Neustart“ mit VC
Nach der gescheiterten Schlichtung mit der Pilotengewerkschaft kündigte die Lufthansa am Mittwoch an, noch einmal auf die Gewerkschaft VC zugehen zu wollen, um eine umfassende Schlichtung zu erreichen. Ein Sprecher erklärte: „Für einen gemeinsamen Neustart müssen deshalb alle unseren großen tariflichen Themen Bestandteil einer solchen Schlichtung sein: die Alters- und Übergangsversorgung, die Vergütung und auch die Einsatzbedingungen.“
Die Pilotengewerkschaft fordert Verbesserungen bei der betrieblichen Altersvorsorge der Piloten und kritisiert fehlende Gesprächsbereitschaft der Lufthansa.

Wird ein Flug annulliert oder ist verspätet, haben Reisende Anspruch auf Ersatzbeförderung und teils auf Entschädigung.
Lufthansa: Kein Verständnis für den Streik
Die Lufthansa hatte mit Unverständnis auf den Streikaufruf der Piloten reagiert. Die Streik-Ankündigung der Spartengewerkschaft Vereinigung Cockpit „stellt eine völlig neue Stufe der Eskalation dar“, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Kernforderung der Gewerkschaft nach Verdopplung einer „ohnehin schon überdurchschnittlichen und exzellenten betrieblichen Altersvorsorge“ sei absurd und unerfüllbar.

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