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Wie hoch ist die Bürgergeldquote in Ihrer Region? Unsere Grafiken zeigen die Werte zu allen 401 Städten und Landkreisen – mit deutlichen Unterschieden.
Etwas mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland beziehen Bürgergeld. Die Inanspruchnahme der Sozialleistung unterscheidet sich nach Region allerdings deutlich. Das zeigen Daten der Bundesagentur für Arbeit, die die Frankfurter Rundschau von Ippen.Media ausgewertet hat.
Ein Paar steht auf der Halde Hoheward in Herten und schaut auf Gelsenkirchen. Dort ist die Bürgergeldquote deutschlandweit am höchsten. © picture alliance/dpa | Jonas Güttler/IPPEN.MEDIA
Am höchsten ist die Bürgergeldquote deutschlandweit in Gelsenkirchen. In der rund 265.000-Einwohner-Stadt in Nordrhein-Westfalen bezieht fast jeder vierte Mensch im erwerbsfähigen Alter Bürgergeld (22,6 Prozent). Die Zahlen überraschen nicht, schließlich ist Gelsenkirchen auch die Stadt mit der höchsten Arbeitslosenquote Deutschlands. Die Daten beziehen sich auf Dezember 2025, das sind die aktuellst verfügbaren Werte.
Bürgergeldquote nach Stadt und Landkreis: NRW-Städte vorn, Bayern-Kreise mit niedrigsten Werten
Hoch ist die Bürgergeldquote auch in Bremerhaven, das zum Bundesland Bremen gezählt wird (19,9 Prozent), sowie in den NRW-Städten Essen (18,4), Dortmund (17,9), Herne (17,7) und Duisburg (17,3), gefolgt von Wilhelmshaven in Niedersachsen (16,9), Hagen in NRW (16,8), Bremen (15,3) und Pirmasens in Rheinland-Pfalz (15,2).
Am niedrigsten ist die Bürgergeldquote im mittelfränkischen Kreis Ansbach, wo sie nur bei 1,7 Prozent liegt, gefolgt von den bayerischen Kreisen Unterallgäu in Schwaben (1,9) und Roth in Mittelfranken (2,0) und 31 weiteren Kreisen aus dem Freistaat. Erst auf Platz 34 folgt mit dem baden-württembergischen Biberach ein Ort außerhalb Bayerns. Die vollständige Liste finden Sie in der Tabelle.
Bürgergeldquote nach Bundesland: Bayern hat niedrigsten Wert – Stadtstaaten vorn
Bayern hat auch die niedrigste Bürgergeldquote aller Bundesländer. Sie liegt im Freistaat bei 4,1 Prozent. Bundesweit ist sie mit 8,0 Prozent fast doppelt so hoch. Vergleichsweise niedrig ist die Quote auch in Baden-Württemberg (5,3 Prozent) und Rheinland-Pfalz (6,6). Unter dem Bundesschnitt liegen auch Thüringen (7,0), Brandenburg (7,1) sowie Hessen, Niedersachsen und Sachsen (je 7,9). Am höchsten ist die Quote in den Stadtstaaten Hamburg (11,7), Berlin (14,5) und Bremen (16,1) sowie in Nordrhein-Westfalen (10,5). Die Werte zu allen Bundesländern finden Sie in der Grafik.
Zum 1. Juli wird das Bürgergeld durch die „neue Grundsicherung“ abgelöst. Für Sozialleistungsbezieher bedeutet die Umwandlung mehr Mitwirkungspflichten und härtere Sanktionen. Die schwarz-rote Bundesregierung will so mehr Menschen in Arbeit bringen und den Missbrauch von Sozialleistungen verringern. So können Betroffenen Leistungen schneller gekürzt oder sogar ganz gestrichen werden, wenn sie Termine beim Jobcenter verpassen. De facto hatte es aber schon zuletzt mehr Sanktionen gegeben. Zudem ist die Gruppe der in der Debatte oftmals plakativ genannten „Totalverweigerer“ in der Realität deutlich geringer als von der Regierung teils suggeriert. (Quelle: Bundesagentur für Arbeit)