Mögliche Verstöße gegen Schulrecht
Gegenstand der laufenden Prüfung ist unter anderem, ob das Vorgehen der Projektverantwortlichen gegen Vorgaben des sächsischen Schulgesetzes verstoßen haben könnte. Aussagen zu möglichen Konsequenzen oder Ergebnissen der Prüfung liegen derzeit noch nicht vor. Nach Angaben des Schulamtes haben mehrere Eltern zudem Strafanzeige gegen Unbekannt wegen der Verbreitung pornografischer Inhalte an Minderjährige gestellt.
Finanziert wurde das Theaterprojekt von der Amadeu Antonio Stiftung. Sie reagierte ebenfalls sofort nach Bekanntwerden der Vorwürfe und stellte die weitere Projektförderung ein, wie die Stiftung auf Anfrage mitteilte. „Selbstverständlich gehört pornografisches Material nicht in die Hände von Schüler*innen. Inhalte, die Schüler*innen überfordern oder unangemessen konfrontieren oder sogar den Jugendschutz verletzen, widersprechen klar den Grundsätzen unserer Projektförderung.“
Inhalte, die Schüler*innen überfordern oder unangemessen konfrontieren oder sogar den Jugendschutz verletzen, widersprechen klar den Grundsätzen unserer Projektförderung.
Amadeu Antonio Stiftung
Der im Antrag beschriebene Projektansatz habe darauf abgezielt, durch theaterpädagogische Methoden Selbstsicherheit und Selbstwirksamkeit von Jugendlichen – in ländlichen Räumen – zu stärken. „Die tatsächliche Umsetzung des Projekts entsprach somit nicht den im Antrag formulierten Inhalten und Zielsetzungen.“
Polizei bestätigt Ermittlungen wegen Porno-Verbreitung
Die Polizeidirektion Görlitz teilte mit, dass der Fall bekannt ist. Aufgrund der Anzeigen ermittle die Kriminalpolizei in Weißwasser wegen des Verdachts des Verbreitens pornografischer Inhalte an Personen unter 18 Jahren gegen zwei weibliche Tatverdächtige im Erwachsenenalter.
Vorfall auch Thema bei Gemeinderatssitzung
Schleifes Bürgermeister Jörg Funda (CDU) sagte MDR SACHSEN, er wundere sich über den zeitlichen Ablauf. Der Vorfall habe sich bereits vor einem Monat ereignet, also Mitte März. Damals war Funda vier Wochen außer Landes. Amtierender Bürgermeister war zu der Zeit sein Stellvertreter Mathias Lampe von der AfD. Direkt nach dem Vorfall und den Anzeigen hätten sich Eltern und Polizei verständigt, dass der Schutz der Schüler Priorität haben sollte, so Bürgermeister Funda. Jetzt aber seien nach einem überregionalen Zeitungsbericht die Gemeinde und vor allem die Schule massiven Anfeindungen ausgesetzt.