Vor dem Landgericht Hamburg muss sich am Freitag ein 61-Jähriger wegen Mordes verantworten – eine Tat, die mehr als vier Jahrzehnte zurückliegt. Der Vorwurf: Der Angeklagte soll 1983 einen Mann in dessen Wohnwagen erschossen und anschließend Geld gestohlen haben. Erst im vergangenen Jahr gab es in dem „Cold Case“ neue Hinweise.

In der Tatnacht des 11. Januar 1983 soll der angeklagte Mann gegen 1 Uhr im Bereich Schmuckstraße (St. Pauli) in das Fahrzeug eines transsexuellen Prostituierten gestiegen sein. Die Fahrt ging zu dem Wohnwagen des späteren Opfers auf dem Parkplatz Nagelsweg/Ecke Amsinckstraße (Hammerbrook).

„Cold Case“ in Hamburg: Mann soll Prostituierten ermordet haben

Im Wohnwagen angekommen, soll der Angeklagte gegen 1.30 Uhr einen Revolver gezogen und dreimal auf das Opfer geschossen haben: in Kopf, Brust und in den linken Oberschenkel. Dann soll der Täter mit 200 Mark aus dem Portemonnaie des Opfers geflohen sein, heißt es in der Anklage. Der Prostituierte erlag noch am Tatort seinen schweren Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus Heimtücke und Habgier aus. Da der heute 61-jährige Angeklagte zur Tatzeit etwa 18 Jahre alt war, wird der Fall von der Jugendstrafkammer verhandelt.

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Doch warum wird der Fall erst mehr als 40 Jahre nach der Tat verhandelt? Der Fall ist ein sogenannter „Cold Case”. Die Polizei Hamburg konnte erst im November 2025 – dank einer DNA-Spur – einen Verdächtigen ermitteln: den 61-jährigen Angeklagten. Nun wird der Prozess am Freitag, 17. April, um 9 Uhr im Strafjustizgebäude des Landgerichts Hamburg geführt. ™