Ganz unscheinbar stehen zwei dunkelblaue Busse mit getönten Autoscheiben unter der A5-Brücke bei der Anschlussstelle Karlsruhe Süd am Mittwochmittag, 15. April. Einzig zwei Kabel, die aus den Fahrzeugen hinauf zur Brücke verlaufen, verraten dem aufmerksamen Beobachter, dass hier mehr vonstattengeht, als es auf den ersten Blick scheint.

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Blitzermarathon Karlsruhe 2026.
Foto: Gerrit Lieb
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Blitzermarathon Karlsruhe 2026.
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Im Inneren der zivilen Fahrzeuge sitzen die Einheiten der Verkehrsüberwachung Karlsruhe und verfolgen auf den Monitoren, was über ihren Köpfen geschieht. Während oben geblitzt wird, werden unten die Daten ausgewertet – und nebenbei im Kopf die ersten Knöllchen kalkuliert oder über den Entzug der Fahrerlaubnis spekuliert.
Geschwindigkeit ist Hauptursache für tragische Unfälle
„Heute liegt der Schwerpunkt auf der Geschwindigkeit“, sagt Polizeihauptkommissar Daniel Leopold gegenüber ka-news vor Ort. Seine Einheit ist bereits seit den frühen Morgenstunden im Einsatz. Verkehrsüberwachung im Allgemeinen, etwa Abstandsmessungen, gehört zwar auch zur europaweiten Speedweek – die Messgeräte an der A5-Brücke sind jedoch auf die Geschwindigkeitskontrolle ausgerichtet.

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Polizeihauptkommissar Daniel Leopold , 15. April 2026.
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Polizeihauptkommissar Daniel Leopold , 15. April 2026.
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Und das nicht ohne Grund: „Nicht angepasste und überhöhte Geschwindigkeit ist immer noch die Hauptursache für Schwerverletzte und Tote bei Unfällen“, erklärt Leopold. Die Spitzengeschwindigkeiten werden meist in den Nachtstunden gemessen. Um die Verkehrssicherheit im Blick zu behalten, ist Leopolds Einheit deshalb gezielt an Strecken mit erhöhter Unfallhäufung im Einsatz.
Problembereich Dreieck Karlsruhe
Als besonderer Problembereich zählt das Autobahndreieck Karlsruhe. „Überlastungen und Baustellen führen hier immer wieder zu Sperrungen und infolgedessen zu Unfällen“, sagt Leopold.

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Speed-Marathon in Karlsruhe, 15. April 2026.
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Speed-Marathon in Karlsruhe, 15. April 2026.
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Auch die Zahlen der stark frequentierten Stelle sprechen für sich: In den ersten siebeneinhalb Stunden, in denen die Polizei bereits an der A5-Brücke im Einsatz ist, wurden in beiden Fahrtrichtungen 30.800 Fahrzeuge gemessen. 1.171 davon wurden geblitzt – bis zum Abend sollen es noch 2.337 werden. Für vier Autofahrer wird es zudem ein Fahrverbot geben.
Geheimwaffe gegen Blitzer-Warn-Apps

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Speed-Marathon in Karlsruhe, 15. April 2026.
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Speed-Marathon in Karlsruhe, 15. April 2026.
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Weiter geht es zur A8 bei Karlsbad. Hier steht seit Anfang der Woche ein sogenannter Enforcement Trailer der Polizei. Dabei handelt es sich um einen semi-stationären Blitzer-Anhänger, der schwer gepanzert ist – nicht ohne Grund. „Eine Radkappe hat das Glas schon ausgehalten“, betont Leopold. Ein geblitzter Autofahrer wollte sein festgehaltenes Fehlverhalten offenbar nicht akzeptieren und ließ seinen Frust an der Anlage aus.

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Speed-Marathon in Karlsruhe, 15. April 2026.
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Speed-Marathon in Karlsruhe, 15. April 2026.
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Doch der auffällige Blitzer-Anhänger bleibt nicht lange unbemerkt – ebenso wenig wie die mobilen Blitzer der Polizei. „Die Erfahrungen zeigen, dass die Messstellen umgehend gemeldet werden“, sagt Leopold. In kürzester Zeit sind die Standorte in Blitzer-Warn-Apps erfasst, deren Nutzung während der Fahrt eigentlich verboten ist.
Aber Leopolds Einheit hat noch ein Ass im Ärmel: Neben den stationären und mobilen Blitzern ist auch ein Videowagen im Einsatz – eine schwarze Limousine mit auswärtigem Kennzeichen. „Dieses Fahrzeug ist nicht zu orten“, sagt er. „Damit ist es gänzlich unberechenbar, wo wir gerade sind.“
Wie fiel die Bilanz 2025 aus?
Bis zum 19. April dauert die Speedweek noch an. Letztes Jahr wurden in dieser Woche über 400.000 Fahrzeuge überprüft. Dabei waren 7.475 Fahrer zu schnell unterwegs. In 6.595 Fällen mussten die Fahrer ein Verwarngeld zahlen.
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