Europa verzeichnet Rekordimporte von Flugbenzin aus den USA und Nigeria, um einen akuten Mangel in der Golfregion auszugleichen. Daten von LSEG und Kpler zeigen, dass diese Verlagerung der Energieströme stattfindet, da geopolitische Spannungen wichtige Schifffahrtsrouten durch die Straße von Hormus beeinträchtigen.
Verlagerung der Lieferquellen in die USA und nach Nigeria.
Bisher bezogen europäische Länder fast 75 % ihres importierten Flugkraftstoffs aus der Golfregion, was etwa 375.000 Barrel pro Tag entsprach. Aufgrund des Konflikts ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus jedoch nahezu zum Erliegen gekommen. Um den Bedarf zu decken, werden die Lieferungen aus den USA voraussichtlich im April 2026 149.000 bis 200.000 Barrel pro Tag erreichen. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2015.
Darüber hinaus hat sich Nigeria zu einem strategischen Partner entwickelt. Die Importe aus diesem afrikanischen Land werden voraussichtlich in der ersten Aprilhälfte 2026 rund 66.000 Barrel pro Tag erreichen. Nigerias Rolle wird sich deutlich stärken, sobald die Dangote-Raffinerie – Afrikas größte – 2024 ihren Betrieb aufnimmt.
Lagerdruck und Mangelrisiko
Die Versorgungsengpässe setzen die Lagersysteme in Europa erheblich unter Druck. Die Kerosinbestände am Drehkreuz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA) sind auf den niedrigsten Stand seit März 2023 gesunken. In Großbritannien, dem größten Verbraucherland der Region, werden mittlerweile rund 65 % des Bedarfs durch Importe gedeckt.
Die Internationale Energieagentur (IEA) hat in ihrem jüngsten Marktbericht eine dringende Warnung ausgesprochen. Sollten nicht mindestens 50 % der Brennstoffversorgung durch alternative Quellen aus der Golfregion ersetzt werden können, könnten die europäischen Lagerbestände bis Juni 2026 auf ein Niveau sinken, das nur noch für 23 Tage reicht. Dies ist ein Alarmsignal und markiert den Beginn flächendeckender Versorgungsengpässe.
Globale Preisschwankungen
Obwohl die USA der weltweit größte Verbraucher sind, steigern sie ihre Exporte nach Europa und Asien aufgrund attraktiverer Preise weiterhin. In der Woche bis zum 3. April 2026 exportierten die USA rund 442.000 Barrel Flugbenzin – doppelt so viel wie im Vorjahresdurchschnitt.
Umgekehrt bedrohen Kostendruck und damit auch die Luftfahrtindustrie in Exportländern. In Nigeria haben die Inlandsfluggesellschaften gewarnt, dass sie ihren Betrieb ab dem 20. April 2026 einstellen werden, falls die Treibstoffpreise nicht sinken. Seit Februar 2026 sind die Treibstoffpreise dort um rund 270 % gestiegen, was die Transportunternehmen enorm unter finanziellen Druck setzt.
Quelle: https://baodanang.vn/chau-au-nhap-khau-ky-luc-nhien-lieu-hang-khong-tu-my-va-nigeria-de-bu-dap-nguon-cung-3332975.html