Für den TV Korschenbroich steht die letzte weite Auswärtsfahrt der Saison nach Gummersbach auf dem Programm. Dort geht es zum Spiel beim SSV Nümbrecht Handball. Dafür setzt der Verein unter anderem einen Bus ein, doch für den einen oder anderen Spieler sowie Trainer Frank Berblinger ist es letztlich einfacher, direkt anzureisen.

Nümbrecht befindet sich momentan auf dem elften Tabellenplatz und benötigt noch jeden Punkt, da sich die Mannschaft weiterhin in akuter Abstiegsgefahr befindet. „Das wird sicherlich kein einfaches Spiel“, sagt Trainer Berblinger und fügt an: „Der SSV benötigt noch jeden Punkt, aber im Umkehrschluss wollen auch wir die Punkte und hoffen, an die beiden letzten guten Partien anknüpfen zu können. Ich erwarte ein sehr intensives Spiel und rechne damit, dass Nümbrecht sozusagen mit Schaum vor dem Mund antreten wird.“

Nach fünf sieglosen Spielen in Serie feierte seine Mannschaft am vergangenen Wochenende zu Hause einen 42:24-Erfolg gegen den VfL Gummersbach II. Daran will Berblinger anknüpfen. Nümbrecht ist hingegen seit fünf Partien in der eigenen Halle ungeschlagen und gewann unter anderem Ende Februar mit 34:32 gegen Borussia Mönchengladbach

„Nümbrecht spielt eigentlich noch Old-School-Handball. Dabei setzen sie im Angriff auf ihren wurfstarken Rückraum, wo sie aber auch auf allen drei Positionen gut besetzt sind. In der Abwehr wählen sie mit einer 6:0-Deckung oder einer 5:1-Variante eher die defensivere Ausrichtung, sind dabei jedoch sehr kompakt und robust“, sagt Berblinger über den Aufsteiger.

Im Hinspiel stellte der TVK selbst eine sehr stabile Deckung, attackierte die gegnerischen Rückraumschützen frühzeitig und zog dem SSV damit den Zahn. Am Ende gewann der TVK souverän mit 34:21. Personell sieht es bei den Gästen fast unverändert aus. Jan König, der sich gegen Gummersbach eine Verhärtung im Übergang zwischen Kniekehle und Wade zugezogen hatte, war die ganze Woche in physiotherapeutischer Behandlung und nahm am Donnerstag am Training teil. „Es sah eigentlich ganz gut aus. Bleibt zu hoffen, dass es bis zum Spiel auch so bleibt. Dann kann Jan sicherlich hier und da ein paar Minuten für Entlastung sorgen“, sagt Berblinger.

Für Borussia Mönchengladbach steht derweil am Samstag das Heimspiel gegen Bayer Dormagen II an, den souveränen Tabellenführer. „Das ist jetzt eines unserer einfachen Spiele“, sagt Trainer Ronny Rogawska. Obgleich die Borussia noch jeden Punkt für den Klassenverbleib benötigt, ist die Erwartungshaltung für dieses Spiel nicht sonderlich hoch – sodass man im Prinzip befreit aufspielen kann. Borussia hat nichts zu verlieren und konnte aus dieser Haltung bereits im Hinspiel gegen Dormagen überraschen: Damals gelang dem Team von Rogawska fünf Sekunden vor dem Abpfiff per Siebenmeter noch der 33:33-Ausgleich.

Um wieder zu punkten, muss jedoch alles stimmen. Denn Dormagen stellt für Rogawska eine junge und hochtalentierte Truppe. „Will man etwas erreichen, muss man ihr Tempospiel verhindern – und das ist nur möglich, wenn die technischen Fehler minimiert werden“, so Rogawska, der anfügt: „Ansonsten wirst du prompt bestraft. Die Angriffe müssen sauber ausgespielt werden, und dann ist ein gutes Rücklaufverhalten schon fast lebensnotwendig. In der Abwehr müssen wir den Fluss unterbinden und bei Eins-gegen-eins-Situationen den Gegner doppeln. Wir müssen Dormagen schlicht und ergreifend von der Nahwurfzone fernhalten, dann ist vielleicht etwas möglich.“

Personell sieht es im Kader für Rogawska gut aus. Denn bis auf Gabriel Westhofen, der weiterhin an seinem Fingerbruch laboriert, steht der komplette Kader zur Verfügung. Auch Jordi Weisz ist wieder mit von der Partie, fehlte er doch in der vergangenen Woche wegen seiner Hochzeit.