Stand: 17.04.2026 20:26 Uhr
Die Hannover Messe gilt als weltweit relevanteste Industriemesse und ist gleichzeitig Bühne für politischer Gespräche. Das Wichtigste im Überblick.
Sonntag wird die Hannover Messe eröffnet, von Montag bis Freitag zeigen dann die Firmen ihre Produkte auf dem Messegelände. In diesem Jahr ist Brasilien das Partnerland. Viele deutsche Firmen erhoffen sich vor dem Hintergrund des EU-Handelsabkommens Mercosur neue Perspektiven in dem Land. Auch, weil die Wirtschaftsbeziehungen zum wichtigen Handelspartner USA schwieriger geworden sind.
1. Die An- und Abreise
An- und Abreise könnten in diesem Jahr länger dauern als geplant. Der Grund: Streiks im Nahverkehr, die Busse und Stadtbahnen der Üstra fahren nicht. Die S-Bahn fährt allerdings vom Hauptbahnhof zum Messegelände, sie ist nicht von dem Streik betroffen. Zudem setzt die Messe AG als Veranstalter der Hannover Messe Shuttle-Busse von zentralen Punkten (Hauptbahnhof, große Hotels) zum Gelände ein.

Der geplante Streik im Nahverkehr werde bei der Hannover Messe zu Problemen führen, so Köckler. Man bereite sich aber darauf vor.
2. Eine besondere Relevanz – weltweit
Die Hannover Messe gilt als weltweit relevanteste Messe der produzierenden Industrie. In diesem Jahr präsentieren mehr als 3.000 Aussteller aus der ganzen Welt ihre Produkte und Innovationen. Erwartet werden mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher.
3. „Ein strategisches Bündnis“ mit Brasilien
Partnerland ist in diesem Jahr Brasilien, mit 216 Millionen Einwohnern, großen Rohstoffreserven und einer wachsenden Industrie die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas und ein wichtiger Handelspartner Deutschlands. Etwa 140 brasilianische Firmen sind vor Ort. „Die Zusammenarbeit mit Brasilien ist mehr als Handel – sie ist ein strategisches Bündnis“, sagt Messechef Jochen Köckler. „Gerade in Zeiten globaler Spannungen müssen wir auf verlässliche Partner setzen.“
4. KI, Robotik, Innovation
Künstliche Intelligenz und Robotik ziehen sich auch in diesem Jahr wie ein roter Faden durch die Messe. Gezeigt werden zum Beispiel humanoide – also menschenähnliche – Roboter, die ihre Umgebung verstehen und sogar eigenständig Entscheidungen treffen sollen. Große Firmen wie Siemens, Bosch und Volkswagen zeigen ihre Neuheiten, aber auch viele Mittelständler und kleine Start-ups.
5. Das Neue in diesem Jahr: Rüstung
Zum ersten Mal in der Geschichte der Hannover Messe gibt es einen Bereich für Produkte für die Rüstungsindustrie, genannt „Defense Production Park“. Fertige Waffensysteme oder Panzer sind nicht Bestandteil der Ausstellung. Mehr als 40 Unternehmen zeigen Technologien, Materialien wie Sicherheitsstahl oder Software-Lösungen, die in der Rüstungsindustrie genutzt werden können.

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6. Politiker und Promis
Seit jeher geht es auf der Hannover Messe auch um den Austausch mit Politik und Wissenschaft. In diesem Jahr sind unter anderem zu Gast: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU), Astronaut Alexander Gerst und per Videobotschaft dabei: der ehemalige amerikanische Präsident Barack Obama. Auch der Ex-Profi-Fußballer Philipp Lahm wird zu Besuch sein und über Führung, Resilienz und Zielorientierung sprechen.
7. Regierungsgespräche angekündigt
Begleitet wird die Hannover Messe in diesem Jahr von „deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen“. Sonntag und Montag sprechen Kanzler Merz und Präsident Lula da Silva sowohl in vertraulicher als auch in öffentlicher Runde über die Beziehungen der beiden Länder. Ein Thema wird sicher das Handelsabkommen Mercosur zwischen der EU und Brasilien sein. Es sieht unter anderem große Erleichterungen bei Zöllen vor und soll von Mai an zunächst vorläufig gelten.
8. Der Obama-Besuch und Tausende Polizisten
2016 eröffneten Barack Obama als US-Präsident und die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel die Hannover Messe. Für Hannover bedeutete der Besuch des amerikanischen Präsidenten Ausnahmezustand – so waren unter anderem 5.000 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Große Themen waren vor zehn Jahren das geplante Freihandelsabkommen TTIP – das es bis heute nicht gibt – sowie die Zuwanderung geflüchteter Syrer nach Deutschland und in andere EU-Staaten.
9. Der Spitzname „Fischbrötchen-Messe“
Die Messe wurde im Nachkriegsjahr 1947 gegründet und erhielt den Spitznamen „Fischbrötchen-Messe“ – weil sich die Messebesucher zum großen Teil mit Fischbrötchen versorgten. An 21 Messetagen kamen mehr als 700.000 Besucher aus 53 Ländern nach Hannover, die Messe wurde in den kommenden Jahren zu einem Symbol des Wirtschaftswunders. Im vergangenen Jahr kamen etwa 120.000 Besucherinnen und Besucher. Deutlich stärker ist der Zulauf mittlerweile bei der Landwirtschaftsmesse Agritechnica – annähernd 500.000 Besucher waren es zuletzt.

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10. Der „Hermes Award“ – und ein Favorit
Jedes Jahr wird im Rahmen der Messe der Industriepreis „Hermes Award“ verliehen. Ausgezeichnet werden Produkte und Lösungen mit einem besonders hohen technologischen Innovationsgrad. In diesem Jahr ist unter anderem das Unternehmen Schaeffler nominiert, das mit seiner Erfindung die Gelenke humanoider Roboter verbessern will. Im vergangenen Jahr war der Preis an Siemens gegangen.

Die Messe sucht nach Lösungen, um Besucher zum Gelände zu bringen. Shuttle-Busse sind geplant, auch die S-Bahn soll fahren.

Ab 20. April geht es um Themen von Künstlicher Intelligenz bis zur Waffenproduktion. Es werden 130.000 Menschen erwartet.

Am 18. August 1947 ging die Hannover Messe als „Export-Messe“ an den Start. Zu jeder Eintrittskarte gab es damals: ein Fischbrötchen.

Am Montag beginnt die Hannover Messe – und der ÖPNV streikt. Für Gäste und Personal fahren daher Sonderbusse.
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