Mitten in Köln

In dieser Basilika versteckt sich eine besondere Geschichte

Aktualisiert am 17.04.2026 – 21:37 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Goldene Kammer in der Basilika St. Ursula (Archivbild): Die Kirche beherbergt Dutzende Gebeine.Vergrößern des Bildes

Die Goldene Kammer in der Basilika St. Ursula (Archivbild): Die Kirche beherbergt Dutzende Gebeine. (Quelle: Zoonar.com/Stefan Ziese/imago)

Um die Basilika St. Ursula ranken sich dunkle Geheimnisse. Nicht alle dieser Geschichten stimmen allerdings.

Eine goldene Kammer, gefüllt mit menschlichen Knochen: Das soll das Geheimnis der Basilika St. Ursula zwischen Eigelstein und Hauptbahnhof sein. Sie ist der heiligen Märtyrerin Ursula und ihren Gefährtinnen geweiht.

Der Sage nach handelte es sich bei Ursula um eine britische Prinzessin, die mit 11.000 jungfräulichen Dienstmädchen im Jahr 300 n. Chr. auf Pilgerfahrt ging. Wobei die Anzahl der Jungfrauen nicht nachgewiesen ist. Vielmehr gehen Experten heute davon aus, dass ursprünglich elf Dienstmädchen Ursula begleiteten und die Zahl 11.000 durch einen späteren Lesefehler entstand.

St. Ursula wird zur Schutzpatronin Kölns

Der Erzählung nach soll Ursula, für die es keine historischen Belege gibt, vor den Toren Kölns mit ihrem Gefolge von Hunnen überfallen worden sein, die die Stadt einnehmen wollten. Während ihre Gefährtinnen geköpft wurden, wurde St. Ursula mit einem Pfeil erschossen, weil sie den Hunnenkönig Attila nicht als Mann nehmen wollte.

Die getötet Ursula erschien darauf Attila im Traum, woraufhin dieser so viel Angst bekam, dass er Köln verschonte. Ursula galt von dort an als Schutzpatronin der Stadt. Gebeine der Jungfrauen sollen später im Jahr 1155 in einem Massengrab in Köln gefunden worden sein. Die vielen Knochen, die heute in der Kirche zu sehen sind, sollen jedoch von einem Friedhof stammen, der die Kirche einst umgab.

Die damals schon bestehende Basilika wurde erweitert, um die Knochen der Märtyrerinnen unterzubringen. Sie finden bis heute in der Goldenen Kammer der Kirche Platz, die auch als Schreckenskammer bezeichnet wird. Sie gilt als größter Aufbewahrungsort für ausgegrabene Gebeine nördlich der Alpen. Die Wände der Kammer sind mit Knochen bedeckt, die den Satz: „Heilige Ursula, bitte für uns“ darstellen. Außerdem sind Dutzende Schädel zu finden, die zum Teil mit Diademen und Kränzen geschmückt sind.

Die Sage findet sich auch im Wappen der Stadt Köln wieder. Während die drei Kronen für die Heiligen Drei Könige stehen, deren Gebeine im Kölner Dom liegen, stehen die elf Flammen im Wappen für die getöteten Märtyrerinnen.