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Hamburg erarbeitet Strategie für Drohnen im öffentlichen Raum (2 Min)

Stand: 17.04.2026 22:11 Uhr

Drohnen sind bei Polizei, Behörden und Unternehmen längst nicht mehr wegzudenken, doch ein klarer rechtlicher Rahmen fehlt noch. Hamburg erprobt im Projekt „Blue Space“, wie das künftig geregelt werden soll.

Ob bei der Suche nach Vermissten oder bei der Überwachung von Infrastruktur: Drohnen sind in vielen Bereichen zu einem unverzichtbaren Werkzeug geworden. Ausgestattet mit Infrarotkameras kommen sie unter anderem bei Polizei und Einsatzkräften zum Einsatz – und das zu einem Bruchteil der Kosten eines Hubschraubers. Doch je mehr Geräte gleichzeitig in der Luft sind, desto dringlicher wird eine Frage: Wer regelt diesen Luftraum?

Besondere Herausforderung in Großstädten

„In einer Stadt sind solche Regeln etwas schwieriger umzusetzen. Denn hier gibt es ohnehin viele Teilnehmer in der Luft“, erklärt Martin Helfrich von der Hamburger Wirtschaftsbehörde. Neben dem Flughafen mit seinem regulären Flugzeugverkehr sind es vor allem Helikopter, die Krankenhäuser anfliegen – und nun kommen Drohnen hinzu. Hamburg sei deswegen ein besonders geeigneter Ort, um solche Regeln zu entwickeln und von vornherein mitzudenken, was zukünftig zu regeln ist, so Helfrich.

Rechtliche Rahmen in der EU bereits abgesteckt

Die Europäische Union hat einen gesetzlichen Rahmen für sogenannte U-Spaces, also geregelte Drohnen-Lufträume, festgelegt. Die nationalen Staaten müssen diesen Rahmen nun in eigenes Recht umsetzen. Helfrich rechnet damit, dass Deutschland noch binnen eines Jahres ein erstes U-Space-Gesetz erlassen könnte, das den Umgang mit solchen Lufträumen konkret regelt. „Wir stehen also unmittelbar davor, dass hier ganz konkrete gesetzliche Regelungen erlassen werden“, so Helfrich.

Hamburg erprobt bereits die Praxis

Unter dem Namen „Blue Space“ arbeiten Unternehmen und Behörden gemeinsam daran, konkrete Regelungsmodelle zu entwickeln und zu testen. Das Prinzip ähnelt dem eines Flughafens. Ein abgesteckter Luftraum wird von einem eigens eingerichteten Leitstand überwacht, vergleichbar mit einem Tower. Drohnen müssen sich dort anmelden und erhalten dann eine zugewiesene Route sowie einen Zeitkorridor. Kommt es zu unvorhergesehenen Situationen, etwa wenn ein Hubschrauber in den Bereich einfliegt, wird die Drohne automatisch umgeleitet. Ein solcher Leitstand ist bereits auf einem Testfeld der Hafenbehörde HPA im Einsatz.