S-Bahn-Ausflug

Glienicker See: Hier verlief die Mauer – heute lockt das klare Wasser

Aktualisiert am 18.04.2026 – 03:56 UhrLesedauer: 2 Min.

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Groß Glienicker See in Berlin und Potsdam: Der See gehört zu den klarsten in der Region. (Quelle: imago stock&people/imago)

Der Groß Glienicker See war einst Teil der innerdeutschen Grenze. Heute führt ein Rundweg zu Mauerresten, Liegewiesen und Badestellen.

Halb Berlin, halb Potsdam – so teilt sich der Glienicker See im Südwesten der Hauptstadt auf. Einst führte die deutsche Mauer durch das fast zwei Kilometer lange Gewässer. Heute dient der See als Naherholungsort für Berliner und Brandenburger – die Geschichte ist jedoch weiterhin sichtbar.

Der See gehört zu den klarsten der Region, denn er speist sich aus Grundwasser und hat einen geringen Algenbewuchs. Der tiefste Punkt des Sees beträgt 11,25 Meter. Einige der Zonen am Ufer befinden sich in Naturschutzgebieten.

Vor der Wiedervereinigung teilte der See Ost- und Westdeutschland, er war also ein „Teil der Mauer“, heißt es im Hauptstadtportal berlin.de. Die Grenze wurde damals durch Bojen im Wasser gekennzeichnet. Berliner aus dem Westen durften bis zu diesen Bojen schwimmen und auf dem zugefrorenen See im Winter Schlittschuh laufen. Für DDR-Bürger war das Schwimmen und Betreten dort verboten.

Unweit des Sees stehen noch Mauerreste, die besichtigt werden können. Wer das Gewässer ganz umrundet, kommt an zwei Badestellen und einigen Liegewiesen vorbei. Nahe dem See befindet sich auch der Gutspark Groß Glienicke, der bereits im Mittelalter als Rittergut diente. Im westlichen Teil des Parks steht ebenfalls noch ein Stück der Mauer.

Jetzt stehen dort uralte Bäume und der Park wird von Spaziergängern und Ausflüglern genutzt. Dort, wo damals Grenzschützer patrouillierten, brüten heute zahlreiche Wasservögel. Neben der Natur gibt es am See auch eine Basis für Sporttaucher. Unter Wasser lässt sich die ehemalige Grenze überqueren.

Berliner kommen mit den S-Bahn-Linien drei und neun sowie mit den Regionalbahnen RB10, RB14, RE2, RE4 oder RE6 zum Bahnhof Spandau. Von dort fahren zahlreiche Buslinien in die Nähe des Sees, unter anderem die Linien 135, X34 der BVG. Ausflügler steigen in der Gutstraße oder Kurpromenade aus und brauchen von dort nur ein paar Minuten zu Fuß zum See.

Von Berlin-Mitte brauchen Autofahrer rund 50 Minuten zum Ausflugsziel. Von den Bezirken im Berliner Südwesten sind es lediglich zehn bis 15 Minuten.