Der Iran hat den USA wegen der anhaltenden Seeblockade in der Straße von Hormus mit einer erneuten Schließung der Meerenge gedroht. »Bei der Fortsetzung der Blockade wird die Straße von Hormus nicht offen bleiben«, sagte der Parlamentspräsident des Iran, Mohammed Bagher Ghalibaf. 

Die Blockade der USA betrifft Schiffe, die einen iranischen Hafen als Start- oder Zielpunkt haben. Zuvor hatte Irans Führung die Straße von Hormus für wieder befahrbar erklärt, nachdem sich Israel mit der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon auf eine Waffenruhe geeinigt hatte. Handelsschiffen und Öltankern sei die Durchfahrt wieder erlaubt.

US-Präsident Donald Trump hatte trotz Irans Bereitschaft zur Öffnung der Wasserstraße angekündigt, das US-Militär werde seine Seeblockade der Meerenge »bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit dem Iran« aufrechterhalten. Die Blockade ist seit Montagnachmittag (deutscher Zeit) in Kraft. Laut Trump sollen die Verhandlungen mit dem Iran dieses Wochenende fortgesetzt werden. Es gebe aus seiner Sicht nicht mehr viele bedeutende Differenzen zwischen beiden Seiten.

Iran spricht von »Piraterie und Diebstahl auf See«

Der Kommandeur der iranischen Marine kritisierte die anhaltende Seeblockade der USA. Die Blockade komme
»Piraterie und Diebstahl auf See« gleich, zitierte die mit der
iranischen Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan den iranischen Marinechef Schahram Irani.

Unterdessen äußerten iranische Medien Zweifel an der Legitimität der Öffnung der Meerenge. Die Nachrichtenagentur Fars, die der mächtigen Revolutionsgarde nahestehen soll, verurteilte in einem Beitrag auf der Plattform X das »seltsame Schweigen des obersten Nationalen Sicherheitsrats und des Verhandlungsteams«.

© Lea Dohle

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Die Entscheidung zur Öffnung der Wasserstraße bedürfe einer »Klärung« und erfordere die Zustimmung des obersten Führers, Modschtaba Chamenei, schrieb die Nachrichtenagentur Mehr. Chamenei soll bei der Tötung seines Vaters und Vorgängers Ali Chamenei Ende Februar aber verletzt worden sein und ist seitdem nicht öffentlich aufgetreten. Eigentlich hätte er in seiner Funktion das letzte Wort in allen wichtigen Staatsangelegenheiten. Seit Kurzem fungiert der Sicherheitsrat im Iran de facto als oberstes Entscheidungsgremium des Landes.

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