Das fünfte Spiel in der Play-off-Halbfinalserie zwischen den Eisbären Berlin und den Kölner Haien galt als Risikospiel. Nach Spiel drei in Berlin am letzten Sonntag hatten Angehörige einer Berliner Ultra-Gruppe einen Fanbus der Gäste attackiert. Weshalb das Polizeiaufgebot größer war als üblich bei Eishockeyspielen.
Riskant ist nun allerdings auch die Lage für die Haie. Denn nach einem 5:2 (0:0, 2:1, 3:1) für die Eisbären fehlt ihnen nur noch ein Sieg, um in das Finale um die Meisterschaft der Deutschen Eishockey Liga (DEL) einzuziehen. Gegner werden die Adler Mannheim sein, die sich mit 4:1 in der Serie gegen Red Bull München durchsetzen konnten.
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Die Ausgangslage ist für die Play-offs insofern ungewöhnlich, als sowohl Spiel sechs als auch ein potenzielles siebtes Spiel in Köln stattfinden werden. Die Eisbären müssen also auf jeden Fall ins Finale einziehen, um weitere Heimspiele in dieser Saison zu bekommen.
Serge Aubin, Trainer der Eisbären, sagt über diese Herausforderung: „Wenn man keinen Heimvorteil hat, muss man das einfach hinkriegen. Wir fühlen uns auswärts eigentlich wohl, aber müssen das über die Ziellinie bringen. Dafür müssen wir unser ganzes Potenzial abrufen.“
Im Vergleich zu den bisherigen Heimspielen der Eisbären wirkten die Gäste besser eingestellt auf den DEL-Rekordmeister. Immer wieder gelang es ihnen, den Spielfluss der Gastgeber zu stören. Das erste Drittel wirkte insgesamt recht zerfahren. Der Druck und der Wille, Fehler zu vermeiden, waren beiden Teams deutlich anzumerken.
Berlin – Köln 5:2 (0:0, 2:1, 3:1)
Tore: 1:0 Smith (25.), 2:0 Wiederer (27., PP1), 2:1 Bokk (32.), 3:1 Müller (43.), 3:2 MacLeod (54., PP1), 4:2 Kirk (59., EN), 5:2 Noebels (60., EN).
Zuschauende: 14.200 (ausverkauft)
Nach der ersten Pause dürften sich viele Fans in der ausverkauften Arena in Friedrichshain auf einen Schlag wieder wie beim letzten Duell in Berlin gefühlt haben. Vom vermeintlichen Schwung der Kölner nach dem 2:2-Serienausgleich war plötzlich nichts mehr zu spüren. Genauso wenig vom Verschleiß im Berliner Kader nach den Verletzungen von Stürmer Lean Bergmann und Jake Hildebrand.
Jonas Müller lässt die Arena erzittern
Innerhalb von 80 Sekunden leuchtete ein 2:0 von der Anzeigetafel, nachdem zunächst Adam Smith mit einem satten Schuss (25.) und dann Manuel Wiederer in Unterzahl (27.) erfolgreich waren. Allerdings hatten die Haie eine Antwort parat. Dominik Bokk, einer der auffälligsten Spieler in dieser Serie, fand eine Lücke und überwand Jonas Stettmer im Berliner Tor (32.). Fortan waren beide Mannschaften wieder sehr dicht beisammen mit ihrem Leistungsniveau.
Es spielt eine große Rolle für uns, dass jeder Spieler in unserem Kader Tore schießen kann.
Eisbärentrainer Serge Aubin über die verschiedenen Torschützen
Aber auch im Schlussdrittel waren es die Eisbären, die wacher aus der Kabine kamen. Und ein erstes Beben durchzog die Arena, als Jonas Müller auf 3:1 erhöhte. Nachdem er um das Kölner Gehäuse gekurvt war, hatte er kurz gezögert, um den Puck ins Tor zu befördern.
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Nur kurz wurde es noch mal spannend an diesem Abenfd. Gregor MacLeod verkürzte auf 2:3 für Köln in Überzahl, weil Markus Vikingstad auf der Strafbank saß. Aber die Antwort folgte prompt: Liam Kirk sorgte mit dem Treffer ins leere Tor für die Vorentscheidung. Marcel Noebels, der zuvor drei Treffer vorbereitet hatte, stellte den Endstand her, wieder war das Tor leer.
Nun lagen die Nerven der Kölner blank: Sowohl Louis-Marc Aubry als auch Robin van Calster kassierten eine Zehn-Minuten-Strafe wegen unsportlichen Verhaltens.
Bei aller Euphorie in der Arena müssen die Eisbären aber jetzt die höchste Hürde in dieser Serie überwinden und einen Sieg in der Kölner Lanxess-Arena feiern. Die erste Chance dazu besteht am Montag um 19.30 Uhr (Magentasport).