CD-Cover: Marteria - Zum Glück in die Zukunft III

AUDIO: Neues Album von Rostocker Rapper Marteria (1 Min)

Stand: 17.04.2026 15:46 Uhr

Der Rostocker Marten Laciny steht unter dem Pseudonym Marteria für fette Hooks, ironische Texte und einen innovativen Sound. Jetzt ist der dritte Teil seiner Album-Reihe „Zum Glück in die Zukunft“ erschienen.

von Mathias Mauersberger

Tiefe Stimme, stahlblaue Augen, pointierte Reime, coole Attitüde. Als Marteria vor sechzehn Jahren sein Album „Zum Glück in die Zukunft“ vorstellte, hielt Hip-Hop-Deutschland den Atem an. Marten Laciny war kein Aggro-Berlin-Gangsta-Rapper, sondern ehemaliger Fußballer – in den Nachwuchsteams von Hansa Rostock und sogar des DFB. Ein junger Mann aus Ostdeutschland, der auch mal als Model in New York gearbeitet hatte. Mit Wortwitz und sportlicher Attitüde brachte Marteria deutschen Hip-Hop zurück in die Charts.

Schattenseiten des Ruhms

Der Ruhm schien auch Schattenseiten zu haben. Vor einigen Jahren wurde Marteria wegen drohenden Nierenversagens ins Krankenhaus eingeliefert. Er entsagte den Drogen und dem Alkohol. Vor drei Jahren kam es in einem Hotel in North Carolina dann zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Rapper und dessen Lebensgefährtin. Eine Anzeige wegen Körperverletzung wurde fallengelassen.

Zu Beginn seines neuen Albums schaut Marteria nun zurück auf eine Existenz mit vielen Auf und Abs. „Neun Leben, eins übrig. Zehn Prozent geben genügt nicht. Management sagt, mach mal friedlich. Tut mir leid, dafür bin ich der Typ nicht.“ Marteria scheint sich in der Rolle des wettergegerbten Raubeins zu gefallen. Ein bisschen geläutert, aber noch lange nicht müde. „Bin ’n Dummy. Warte nur auf den nächsten Crashtest“.

Marteria: Nicht mehr jung, noch nicht alt

Der Ton ist selbstreflexiv, aber nicht larmoyant. Warum sollte er auch? Marteria dürfte mit 43 Jahren ausgesorgt haben: „Kauf kein Bling-Bling, kauf den ganzen Laden“, rappt er. Gegen schlechte Laune? Hilft ein Ferrari! „Zum Glück in die Zukunft III“ scheint auch ein Album über den Rapper in der Midlife-Crisis zu sein: Nicht mehr jung, noch nicht alt. „Dein älteres Ich will nicht wissen, wie vernünftig du warst, es will lachen,“ rappt Marteria. Es klingt wie ein Kalenderspruch.

Beyoncé singt mit wehendem Haar und einem Mikro in der Hand.

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Gespaltenes Verhältnis zur Politik?

Marteria war immer ein Musiker mit Haltung. Zur Politik scheint der 43-Jährige heute ein gespaltenes Verhältnis zu haben. Der Titel des Stücks „Captain Europa“ ist an die bekannte amerikanische Comicfigur des Verlags Marvel angelehnt. Laciny kritisiert die Doppelmoral der EU, die militärisch aufrüstet und gleichzeitig Geflüchtete aussperrt. „Keine Liebe für einen Held, der nie ein Patriot war.“ Angesichts realer Bedrohungen durch den russischen Angriffskrieg oder die Trump-Regierung wirkt diese Haltung letztlich uninformiert.

„Zum Glück in die Zukunft III“: Allgemeinplätze und keine gewaltigen Hits

Für sein neues Album „Zum Glück in die Zukunft III“ hat Marten Laciny wieder mit dem Produzenten-Team The Krauts zusammengearbeitet. Die ausgebildeten Musiker sorgen für ein dezentes, geschmackvolles Klangbild mit futuristischen Beats und orientalischen Melodien. Leider erreicht der dritte Teil der Trilogie nicht die Qualität seiner Vorgänger.

Die Texte wirken wenig konkret. Die gewaltigen Hits der Vorgänger-Alben fehlen. Marteria scheint sich zu oft auf Allgemeinplätzen zu verlaufen. Immerhin knüpft der 43-Jährige an die gute Tradition an, seinem Sohn ein Stück zu widmen. War dieser bei Erscheinen des ersten Teils von „Zum Glück in die Zukunft“ noch ein Kleinkind, so ist Louis heute volljährig – und Rapper wie der Vater. Im Stück „Platz für uns beide“ steuert Louis, alias Luzey, eine Strophe bei.

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