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Neapel (Italien) – Dieser Banküberfall klingt wie aus einem Drehbuch: ein Loch im Boden, maskierte Männer, Geiseln – und am Ende sind die Täter spurlos verschwunden. Nach dem spektakulären Raub in Neapel steht die Polizei vor einem Rätsel. Vieles deutet darauf hin, dass der Coup monatelang geplant war. Doch auch für die Bankräuber gab es eine Überraschung: Die Tresore waren leer.
Die drei Männer drangen am helllichten Tag durch einen gebohrten Zugang aus dem Abwassersystem in die Bank in Neapel (Italien) ein. Laut Polizei trugen sie blaue Arbeitsanzüge und Masken, auf denen die Gesichter von Schauspielern abgebildet waren. 25 Mitarbeiter und Kunden der Bank brachten sie in ihre Gewalt.

Eine Spezialeinheit dringt in die Bank in Neapel ein
Foto: IMAGO/Independent Photo Agency Int.

In den Tresoren fanden die Bankräuber kein Geld
Foto: action press
Geiseln eingesperrt, keine Gewalt angewandt
Eine Geisel schildert die bangen Stunden: „Ich war in der Bank, als sie hereinkamen; es waren definitiv drei. Sie kamen und sperrten uns – Kunden, Angestellte und den Filialleiter – in einen Raum ein. Sie waren bewaffnet, haben aber keine Gewalt angewendet.“
Weil in den Tresoren der Filiale Crédit Agricole kein Bargeld gelagert wurde, fingen sie an, Schließfächer aufzubrechen. Zwei Stunden nahmen sie sich dafür Zeit. Ein Sprecher der Polizei: „Die Diebe haben den Inhalt von Dutzenden Schließfächern entwendet.“

Die Polizei befreite am Donnerstag die Geiseln. Die Täter waren schon geflohen
Foto: action press
Filmreife Flucht in die Kanalisation
Anschließend verschwanden die Täter durch dasselbe Loch, durch das sie gekommen waren – hinein ins verzweigte Kanalsystem der Stadt. Als Spezialeinheiten später die Bank stürmten, waren die Räuber längst weg.
Neapels Bürgermeister Gaetano Manfredi: „Nach den uns vorliegenden Daten war es wirklich ein über Monate geplanter Raub mit hochprofessionellen Tätern.“ Ermittelt wird jetzt auch, wie die Täter so lange unbemerkt den Tunnel graben konnten. Eine viel geäußerte Vermutung ist, dass ein Insider geholfen hat.
Wie viel Geld und Wertgegenstände die Täter mitnahmen, ist bislang unklar. Am Tag nach dem Überfall versammelten sich viele Kunden der Bank, um zu erfahren, ob auch ihre Schließfächer betroffen waren.