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Leinburg (Bayern) – Lange haben die noch rund 730 Mitarbeiter des insolventen Automobilzulieferers Plastic Manufacturing um ihre Jobs gezittert. Jetzt ist klar: Es gibt zwar eine Zukunft für das Unternehmen, aber dafür muss ein bitterer Preis gezahlt werden. Denn mindestens 375 Beschäftigte verlieren ihre Arbeitsplätze – ein Standort fällt sogar ganz weg!

Ein Investor übernimmt zwei der insgesamt drei Niederlassungen des Unternehmens, das Ende 2025 Insolvenz anmelden musste. Die Standorte in Leinburg-Diepersdorf (Bayern) und Lüdenscheid (Nordrhein-Westfalen) sollen bleiben. Keine Lösung gibt es nach der Insolvenz hingegen für die Niederlassung des einst führenden Unternehmens in der Verarbeitung und Veredelung von Kunststoffmaterialien in Oberlungwitz (Sachsen).

Wo die Stellen wegfallen

Während in Lüdenscheid (Linden Plastics) der Großteil der rund 120 Mitarbeiter weiterhin beschäftigt wird, trifft es den fränkischen Ort Diepersdorf knüppelhart: Dort werden insgesamt etwa 300 der zuletzt 535 Arbeitsplätze abgebaut. Anfang des Jahres wurden am Hauptstandort bereits 160 Stellen gestrichen. Ganz schlechte Nachrichten gibt es auch für den Standort in Sachsen (SMK Plastic): Dort erhalten die insgesamt 75 Mitarbeiter zum 31. Juli ihre Kündigung.

Der Standort im Leinburger Gemeindeteil Diepersdorf (Bayern) hatte zuletzt 535 Beschäftigte. Rund 300 verlieren allein dort ihre Jobs

Der Standort im Leinburger Gemeindeteil Diepersdorf (Bayern) hatte zuletzt 535 Mitarbeiter

Foto: Diepersdorf Plastic Manufacturing GmbH

Das sagt der Insolvenzverwalter

Insolvenzverwalter Volker Böhm sagt gegenüber BILD: „Mit der jetzt vereinbarten Übernahme ist es gelungen, zumindest für einen Teil der Gruppe eine tragfähige Perspektive zu schaffen.“ Er spricht jedoch von „schmerzlichen Einschnitten“. Sie seien „eine Folge der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Monate, in denen die Unternehmen erhebliche Umsatzrückgänge zu verkraften hatten“. Hinzu komme „der tiefgreifende Strukturwandel in der Automobilzulieferer-Industrie“. Vor diesem Hintergrund sei die nun gefundene Lösung ein positives Ergebnis – wenigstens für einen Teil des Unternehmens.

Nicht die erste Insolvenz

Der Standort Diepersdorf (ehemals Bolta-Werke) durchlief bereits 2022 ein Insolvenzverfahren und war damals von der tschechischen Winning Group übernommen worden. Seit 2024 gehörten die Unternehmen der Plastic Manufacturing Group dann zum US-Konzern First Brands.

Insolvenzverwalter Böhm hat sich nach eigenen Angaben mit dem Betriebsrat am Standort Diepersdorf bereits über einen Interessenausgleich und Sozialplan geeinigt. Eine Transfergesellschaft werde eingerichtet. Dort werden die von einer Kündigung betroffenen Arbeitnehmer für bis zu sechs Monate weiterbeschäftigt und können Qualifizierungsmaßnahmen in Anspruch nehmen.

Mehr zum ThemaWas über den Käufer bekannt ist

Der Name des Investors wird nicht genannt. Nach BILD-Informationen soll es sich aber um AluConcept AG aus dem nordrhein-westfälischen Dinslaken handeln. Eine offizielle Bestätigung seitens des Unternehmens, das ein Spezialist für galvanische Oberflächenbeschichtung in den Bereichen Auto, Möbel und Sanitär ist, gibt es nicht. Eine Anfrage von BILD blieb bisher unbeantwortet.