Sogenannte Reichsbürger demonstrieren in der Braunschweiger Innenstadt. Auch Gegendemonstranten protestieren, die Polizei trennt beide Gruppen.

Stand: 18.04.2026 16:21 Uhr

Am Samstag sind in Braunschweig selbsternannte „Reichsbürger“ durch die Innenstadt gezogen. Den 200 Teilnehmern stellten sich etwa 600 Gegendemonstranten entgegen. Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Die Teilnehmer des „8. großen Treffens der Bundesstaaten“ versammelten sich zunächst auf dem Schlossplatz, bevor sich der Demozug mit Verzögerung in Richtung Volkswagen-Halle in Bewegung setzte. Die Polizei war damit beschäftigt, „Reichsbürger“ und Gegendemonstranten voneinander zu trennen. Wie ein Reporter des NDR berichtet, versuchten Protestler der Gegenveranstaltung, den Demozug zu stören. Laut Polizei kam es noch zu einzelnen Scharmützeln: So sei ein „Reichsbürger“ von der Gegenseite angegriffen worden. Sonst sei alles friedlich verlaufen

„Reichsbürger“ im Visier des Verfassungsschutzes

Die sogenannte „Reichsbürger“-Szene steht seit Jahren im Fokus der Sicherheitsbehörden. Teile gelten laut Verfassungsschutz als staatsfeindlich und lehnen die bestehende freiheitlich-demokratische Grundordnung ab. Das Bundesamt für Verfassungsschutz ordnete zuletzt deutschlandweit rund 26.000 Menschen der Szene der „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“ zu. Nach Braunschweig sind an diesem Samstag etwa 200 Anhänger gekommen. „Wir wollen zeigen, dass wir freie Menschen sein wollen, freie Menschen in einem freien, souveränen Staat“, sagte eine Sprecherin vom Organisationsteam vor Ort. Der Vorschlag sei: Zurück zur alten Verfassung des Kaiserreichs von 1871. Ein „Bündnis gegen Rechts“ hatte zu einer Gegendemonstration aufgerufen. Laut Polizei folgten etwa 600 Menschen dem Aufruf. „Durch unseren Gegenprotest wollen wir deutlich machen, für welche Inhalte wir als vielfältige Gesellschaft stehen und dass wir uns gemeinsam für ein solidarisches Miteinander einsetzen“, sagte der Sprecher der Gegendemonstranten.

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