Mit seiner neuen Schau „Mensch und Welt“ hat sich das Panorama Museum Bad Frankenhausen vorgenommen, Werner Tübkes Bauernkriegspanorama künstlerisch wie kunsthistorisch einzuordnen. Zu sehen sind rund 200 Gemälde aus der Sammlung des Museums, darunter Arbeiten von Tübkes Weggefährten der Leipziger Schule und Werke europäischer Zeitgenossen.
Kunstwerke zeigen Umfeld von Werner Tübke
Ausgestellt ist beispielsweise ein Gemälde des Leipziger Malers Frank Hauptvogel, das eine junge Frau, ein tanzendes Kind und zwei Musiker in einer winterlichen Waldlandschaft zeigt. Museumschef Gerd Lindner sagte MDR KULTUR, man habe das Werk durch eine Spende von Erben erwerben können: „Wir sind sehr glücklich, dass wir dieses repräsentative Format bei uns haben. Hauptvogel ist einer der besten Maler der Gegenwart“, so Lindner.
Der Museumsdirektor hat die fast 2.500 Werke umfassende Sammlung mit einem klaren Plan zusammengetragen. Man habe für die Sammlung das unmittelbare künstlerische Umfeld von Werner Tübke betrachtet – und das wiederum in einen größeren Kontext versetzt.
Ausstellung blickt auf europäische Kunstschulen
In mehr als 35 Jahren Ausstellungstätigkeit und Forschungsarbeit im Museum habe man herausgefunden, dass es in Europa zur gleichen Zeit unterschiedliche künstlerische Gruppierungen gegeben habe, die man mit der Leipziger Schule vergleichen könne, erklärte Lindner.
Es hat zeitgleich in Europa künstlerische Phänomene gegeben, die mit den Leipzigern vergleichbar sind.
Gerd Lindner
Museumschef Panoramamuseum Bad Frankenhausen
In Frankreich, Italien, Tschechien, Österreich und der Slowakei seien zur gleichen Zeit wie in Leipzig Künstlerschulen entstanden, die die figurative Malerei in den Blick genommen hätten. Je nach Land hätten sie unterschiedliche Spezifika ausgeprägt. In der Slowakei etwa setzten die Künstler demnach eher auf einen imaginativen, formpräzisen und poetischen Stil.
Werke von 50er-Jahren bis Gegenwart
Im Panorama Museum sind die Werke der Leipziger Schule nun erstmals im Zusammenspiel mit europäischer Kunst zu sehen, die zur gleichen Zeit entstanden ist. Gezeigt werden Lindner zufolge aber auch zeitgenössische Werke. Denn: Es gebe immer wieder neue Entdeckungen, zum Beispiel aus der Ukraine.