Chancenarme erste Halbzeit
Die Chemiker legten im Stadion auf dem Wurfplatz einen forschen Beginn hin. Sie pressten früh und ließen die jungen Herthaner kaum zur Entfaltung kommen. Zudem nutzten die Leutzscher die Ungenauigkeiten im Spiel der Gastgeber, um einige schnelle Gegenstöße zu starten. Doch mehr als ein paar Halbchancen ergaben sich für die Grün-Weißen nicht. Julius Hoffmann (12.) hatte eine ganz gute Möglichkeit, sein Kopfball war jedoch zu hoch angesetzt.
Hinten ließen die Chemiker kaum etwas zu, die Defensive stand gut. Wenn bei den Berlinern etwas im Angriff ging, dann über Ben-Hatira. Doch Chemie-Schlussmann Marcel Bergmann war stets auf dem Posten. Beide Abwehrreihen standen insgesamt in den ersten 45 Minuten sicher. Mit 0:0 ging es zum Pausentee.
Ratifo vergibt mehrere Hochkaräter – Seidemann erlöst Chemie
Nach dem Wechsel zogen sich die Chemiker merklich zurück und erwarteten die Berliner hinter der Mittellinie. Das Forechecking im ersten Abschnitt hatte doch erhebliche Kraft gekostet. Das Spiel verlagerte sich nun mehr in die Chemie-Hälfte, das Schmidt-Team setzte eher auf Nadelstiche. Und die waren überaus gefährlich. In der 73. Minute bugsierte Stanley Ratifo die Kugel per Knie an den rechten Pfosten, drin war die Pille aber nicht. Kurz danach waren die Herthaner am Zug und hätten ihrerseits in Führung gehen müssen, doch Oliver Rölke knallte im Nachschuss das Leder über den Querbalken.
Dusel für die Chemiker, die wiederum auf der anderen Seite erneut das 1:0 durch Ratifo auf dem Fuß hatten, doch der Chemie-Stürmer traf im Alleingang das Tor nicht. Zum Glück hatte der eingewechselte Kay Seidemann Zielwasser getrunken. Nachdem Ratifo zwei Riesen liegengelassen hatte, zielte der Ex-Jenaer besser, setzte sich gegen Berlins Elias Decker durch und traf ins lange Eck zur Führung. Mit etwas Glück und viel Geschick brachten die Leutzscher das 1:0 über die Ziellinie. Der Rest ging im Jubel der Chemie-Spieler und ihren 850 mitgereisten Fans unter.