Der Milliardär Vincent Bolloré dreht Frankreichs Literaturbranche auf rechts. Nun verlassen bis zu 200 Autoren dessen Verlag Grasset. Das hier ist ein echter Kulturkampf.
18. April 2026, 16:49 Uhr
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Vincent Bolloré, der mächtige Medientycoon, sorgt in Frankreich für Aufregung: Über 100 Autoren verlassen aus Protest den renommierten Verlag Grasset, nachdem der langjährige Verleger gefeuert wurde. Bolloré, bekannt für seine rechtskonservativen Verbindungen, will offenbar politischen Einfluss auf den Verlag nehmen. Selbst Präsident Macron äußert sich besorgt über die Vielfalt der Verlagslandschaft. Die Autoren wehren sich gegen die drohende ideologische Vereinnahmung und kämpfen für die kulturelle Diversität in der Literaturszene.
Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.
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Ein Unternehmer trumpschen Typus: Vincent Bolloré, fotografiert im März 2026
© Denis Allard/Leextra via opale/laif
Gallimard wollte ihn nicht. Marcel Proust hatte
das Manuskript zu Du
côté de chez Swann 1912 bei dem gerade
gegründeten Verlagshaus, dessen Lektor damals André Gide war, eingereicht. Gide
hat später die Zurückweisung als Fehler seines Lebens bezeichnet. Aber: Dort, wo
einer einen Fehler macht, profitiert oft ein anderer.
Am 13. November 1913 erschien In Swanns Welt beim damals
kleinen Pariser Grasset-Verlag. Proust musste zwar Druckkosten vorschießen.
Aber es war der Beginn einer bis heute anhaltenden Liaison zwischen kulturellem
Freigeist und Kulturfeudalismus, eines sonnenköniglich exzentrischen Herrschergestus, der sich nur in Frankreich so entfalten konnte. Gallimard holte sich schon bei Band zwei der »Recherche« seinen Proust. Seitdem ist Proust praktisch Frankreich und Frankreich Proust. Damit
sind auch Gallimard und Grasset Frankreich.