Rettungsversuch für Ostsee-Wal

AUDIO: Wal vor Poel: Der Stand der Rettungsaktion am Samstag (1 Min)

Stand: 18.04.2026 19:38 Uhr

Der groß angekündigte Rettungsversuch des gestrandeten Buckelwals in der Ostsee vor Poel sollte am Sonnabend in die entscheidende Phase gehen. Der vermutlich schwer kranke Wal sollte angehoben und in die Nordsee geschleppt werden – die Aktion hat sich jedoch erneut verzögert.

19:35 Uhr

Liveticker für heute beendet

Wir schließen an dieser Stelle den Liveticker zum Buckelwal vor Poel. Am Sonntag erfahren Sie hier wieder alle Entwicklungen der Rettungsaktion.

19:11 Uhr

Biologe Fabian Ritter: „Ich bin da nicht sehr hoffnungsvoll“

Fabian Ritter

Fabian Ritter ist Diplom-Biologe und Mitglied im Wissenschaftsausschuss der Internationalen Walfangkommission.

„Ich räume dem Versuch, das Tier da jetzt zu befreien, keine großen Chancen ein“, sagte Biologe Fabian Ritter im Interview mit Panorama 3. „Es wird jetzt als die große Rettungsaktion dargestellt. Gerettet ist dieser Buckelwal aber erst, wenn er in seinem natürlichen Lebensraum im Nordatlantik frei schwimmt und sich dauerhaft ernähren kann. Was im Moment passiert, ist eine Bergung und der Versuch, ihn aus einer Situation rauszuholen, die an sich schon ziemlich hoffnungslos ist. Also ich drücke alle Daumen, dass das gut geht, aber ich bin da nicht sehr hoffnungsvoll.“ Der Zustand des Wals deute sehr darauf hin, dass der Punkt erreicht sei, ihn in Ruhe und in Würde sterben zu lassen. Nur sei das vor laufender Kamera und vor einer aufgeregten Menge schwierig zu entscheiden – auch für Minister wie Backhaus. „Verständlich ist es für mich nicht, aber ich kann es nachvollziehen, dass er diesen Schritt gegangen ist, diese Bergungsaktion noch mal zu dulden“, so Ritter, der auch Mitglied im Wissenschaftsausschuss der Internationalen Walfangkommission ist.

18:29 Uhr

„In Ruhe sterben lassen“ sei kein Tierschutz

Stimmen von Kritikern, die bezweifeln, dass der Wal noch eine reelle Überlebenschance hat, setzt die an der Rettungsaktion beteiligte Tierärztin Janine Bahr van Gemmert entgegen: „Diese Leute haben diesen Wal ja nicht gesehen.“ Gemmert erklärt, in den letzten Tagen wären immer wieder die gleichen Leute am Wal gewesen und er reagiere ganz entspannt. Man sei sich einig, dass der Wal es schaffen könne:Weil ihn da zu sehen, wie er versucht sich da rauszukämpfen, das ist für mich auch kein Tierschutz und ihn in Ruhe sterbenlassen ist das auch nicht“, so Gemmert.

18:08 Uhr

Keine Informationen zum Zeitplan

Zum weiteren Zeitplan halten sich die Initiatoren der Rettungsaktion auch in der Pressekonferenz bedeckt. Klar ist, am Sonnabend bleibt es bei den Vorbereitungen. Die eigentliche Lebendbergung des Wals wird voraussichtlich erst am Sonntag begonnen.

18:01 Uhr

Weiterhin reelle Chance für den Wal

Wal Wismar

Am Freitag war der Wal deutlich in Bewegung.

Nach Einschätzung der Beteiligten besteht weiterhin eine reale Chance für das Tier. Der Wal wirke derzeit vergleichsweise munter. Spekulationen, es handle sich um letzte Krampfbewegungen vor dem Tod, weist Gemmert zurück: In diesem Fall wäre das Tier vermutlich bereits verendet. Allerdings sei klar, dass ein Buckelwal nach zwei bis drei Wochen in einer solchen Situation deutlich geschwächt sei.

18:00 Uhr

Wal habe keinen Nahrungsmangel

Ein akuter Nahrungsmangel sei aktuell nicht das Hauptproblem des Wals, da Buckelwale im Winter ohnehin kaum fressen, erklärt Gemmert. Hoffnung mache zudem der steigende Wasserstand, der die Rettung begünstigen könnte. Trotzdem bleibt der Zeitdruck hoch. „Jede Minute zählt“, betonte Gemmert.

17:57 Uhr

Dilettantismus-Vorwurf nicht zutreffend

Bei der Rettungsaktion für den Buckelwal vor Wismar wurden bereits zentrale Vorbereitungen umgesetzt. So sei unter anderem eine Rinne freigespült worden, um dem Tier den Weg ins offene Wasser zu erleichtern. Unterstützt wird die Aktion inzwischen von weiteren Fachkräften, darunter internationale Expertinnen wie Jenna Wallace, Technikern, Schiffscrews, Kräften der DLRG sowie Tierärzten und Biologen. Der Vorwurf, die Rettung verlaufe dilettantisch, sei laut Tierärztin Janine Bahr van Gemmert unzutreffend.

17:47 Uhr

Gemmert: „Jeder Schritt muss genehmigt werden“

Bei einer Presse-Konferenz in Kirchdorf auf Poel widerspricht die an der Rettungsaktion beteiligte Tierärztin Janine Bahr van Gemmert dem Umweltminister Till Backhaus (SPD). Die Arbeiten würden sich äußerst schwierig gestalten. „Jeder Schritt muss genehmigt werden“, so Gemmert. Jede noch so kleine Änderung am bestehenden Konzept müsse jeweils neu geprüft und freigegeben werden, was den Prozess verlangsamt.

17:28 Uhr

Presse-Konferenz der Rettungsinitiative

In Kirchdorf auf Poel haben sich Mitglieder der Rettungsinitiative mit dem aktuellen Stand der versuchten Rettungsaktion zu Wort gemeldet. Zuvor gab es Kritik seitens der Initiatoren am Umweltministerium.

Video:
Ostsee-Wal vor Poel: Rettungsinitiative zum aktuellen Stand (7 Min)

16:45 Uhr

„Es wird in kurzer Frist entschieden“

Die Verzögerungen des Rettungsversuchs liegen laut Umweltminister Till Backhaus (SPD) nicht an langsamen Genehmigungsprozessen. Vor allem, weil das Umweltministerium gar keine Genehmigungen erteilt, da die Rettungsaktion geduldet wird. „Wir kriegen Hinweise, die dann angeschaut werden, wenn man vom Konzept abweicht – dann gucken wir uns das an und dann wird in kurzer Frist entschieden“, so Backhaus. Das hätte man sowohl bei dem Plan mit der Zinksalbe für den Wal als auch bei der Approbation für die Ärztin aus Hawaii so schnell wie möglich getan.

Video:
Im Interview: Backhaus zum aktuellen Stand der Rettungsaktion (3 Min)

16:37 Uhr

„Heiße Phase“ am Sonntag

„Die vorbereitenden Maßnahmen laufen auf Hochtouren“, so Umweltminister Till Backhaus (SPD) im NDR Interview. Das bedeutet aber auch: Die „heiße Phase“, wie Backhaus sie nennt, soll aber erst am Sonntag starten. Dann soll der Wal endgültig auf die Netzplane gehoben werden.

16:28 Uhr

Wal mit Endoskop untersucht

Im Gespräch mit dem NDR bestätigt Backhaus, dass der Wal am Nachmittag am Maul untersucht wurde. Dabei kam ein Endoskop zum Einsatz. Die Untersuchung musste jedoch abgebrochen werden. Es soll aber ein neuer Versuch unternommen werden, um sicherstellen zu können, wie es im Maul des Buckelwals wirklich aussieht.

16:07 Uhr

Rettungsaktion wohl in vollem Gange

Auch wenn sich auf den ersten Blick nicht viel verändert zu haben scheint, sieht es unter Wasser ganz anders aus. Laut NDR Reporter vor Ort ist die Pumpe bereits am Wal, um die Sedimente wegzuspülen.

Video:
Wal vor Poel: Ponton mit Bagger und Pumpe am Wal (1 Min)

15:37 Uhr

Pumpe ins Wasser gelassen

Inzwischen wurde die Pumpe zum Wegspülen der Sedimente ins Wasser gelassen. Währenddessen liegt der Wal weiter mit Tüchern bedeckt im Wasser.

Video:
Wal vor Poel: Pumpe zu Wasser gelassen (1 Min)

14:58 Uhr

Taucher nahe am Wal

Momentan befindet sich ein Taucher direkt am Wal. Es gibt jedoch keine offiziellen Informationen darüber, was dort genau ungternommen wird.

14:54 Uhr

Pumpe wird am Bagger befestigt

Wie NDR Reporter vor Ort beobachten können, wird aktuell die Pumpe am Schwimmbagger befestigt. Mit dieser soll dann der Sand weggespült werden. Dabei kommen auch Taucher zum Einsatz.

14:28 Uhr

Jeden Tag neue Genehmigungen nötig

Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die die Rettungsaktion zusammen mit dem Mediamarkt-Gründer Walter Gunz finanziert, spricht gegenüber der Deutschen Presse-Agentur von aufwendigen Abstimmungen mit den Behörden. So müsse etwa das Aufbringen von Tüchern mit Zinksalbe gegen die Hautprobleme des Wals jeden Tag neu beantragt und genehmigt werden.

13:50 Uhr

Ärztin aus Hawaii erhält Approbation

Die von der Initiative aus Hawaii hinzugezogene Tierärztin Jenna Wallace hat kurzfristig von Ministeriumsseite eine vorübergehende Erlaubnis zur Ausübung des tierärztlichen Berufes in Deutschland erhalten. Dabei handle es sich um eine Sonderregelung für Tierärzte aus dem Ausland, heißt es aus dem Umweltministerium in Schwerin. Dieses Problem habe man schnell gelöst, so eine Sprecherin. Vorab gab es von den Initiatoren Kritik, dass langwierige Abstimmungen wertvolle Zeit kosten würden.

13:44 Uhr

„Es läuft eigentlich soweit ganz gut“

Der Mitinitiator der Aktion, Walter Gunz, hat am frühen Nachmittag eine kurze Einschätzung der Lage abgegeben. „Es läuft eigentlich soweit ganz gut“, so Gunz. Detaillierte Angaben zum Fortschritt machte er aber nicht. Damit das Team vor Ort in Ruhe arbeiten könne, bestünde kein ständiger Kontakt.

13:00 Uhr

Netz für Transport ist im Wasser

In der Kirchsee schreiten die Vorbereitungen zur Hebung des Wals voran. Ein Netz aus grünen Maschen und blauen Planen ist inzwischen ins Wasser gelassen worden. Damit soll das Tier wohl auch transportiert werden.

12:43 Uhr

Gespräche in Kirchdorf und Pressestatement?

In Kirchdorf gibt es aktuell Gespräche zwischen Umweltministerium, DLRG und den Initiatoren. Ob es ein Pressestatement geben wird, ist aber noch offen. Die Unternehmerin und Sprecherin der Initiative, Karin Walter-Mommert, hatte sich am Vormittag kritisch über die Zusammenarbeit mit dem Ministerium geäußert, war für Nachfragen aber bisher nicht erreichbar.

12:25 Uhr

Kräftige Fontänen und massiver Stress

Der Wal atmet zuletzt häufiger und stößt kräftige Fontänen aus, so unsere NDR Reporterin vor Ort. Der Lärm der Pumpen und Boote bedeutet massiven Stress für ihn. Wie der Wal die Maßnahmen übersteht, und ob er den riskanten Transport überlebt, ist völlig ungewiss. Biologen fürchten, dass seine Organe durch das Eigengewicht bereits zu schwer geschädigt sind. Ein Sprecher von Greenpeace macht am Sonnabend noch einmal deutlich, dass es kaum Überlebenschancen für den Wal gibt. Sollte er es in die Nordsee schaffen, gehe man davon aus, dass der Wal dort ertrinken wird, weil er so geschwächt ist, so der Sprecher.

12:10 Uhr

Schwimmpontons ringsum den Wal

Falls die private Initiative es schafft, den Wal anzuheben, wollen Taucher eine Plane unter ihm durchfädeln, die an Schwimmplattformen befestigt wird. Diese sollen bereits ringsum das Tier positioniert worden sein. Mit der Konstruktion soll der Koloss schließlich Richtung offenes Meer geschleppt werden.

Video:
Rettungsversuch vor Poel: Mensch und Gerät in Bewegung rund um den Ostsee-Wal (1 Min)

12:00 Uhr

Schlick wird weggespült

Mit der Sedimentpumpe, die ebenfalls auf der Plattform ist, soll der Schlick weggespült werden, auf dem der Wal liegt. In die entstandenen Lücken soll dann ein Luftkissen geschoben werden, um den tonnenschweren Körper sanft anzuheben Das ist gerade das Ziel der Helfer.

11:49 Uhr

Bagger kommt zum Einsatz

Wal mit Fontäne

Jetzt werden auch Arbeiten von der Ponton-Plattform vorgenommen. Sie wurde vor dem Wal positioniert. Der Bagger kommt zum Einsatz. Helfer sind unterdessen direkt beim Wal. Auch die DLRG ist jetzt dichter am Geschehen.

11:27 Uhr

Helfer bei und Bagger jetzt nah am Wal

Die Helfer decken den Wal mit Tüchern mit Zinksalbe gegen die Hautprobleme ab. Wie in den Livestream-Bildern zu sehen ist, hat sich auch die Ponton-Plattform mit einem Bagger dem Tier genähert. Der Wal „antwortete“ mit einer Fontäne.

11:17 Uhr

Helfer und DLRG-Boote auf dem Weg zum Wal

Wie im Livestream zu sehen ist, nähern sich Helfer auf SUPs dem Wal. Auch vier DLRG-Boote haben abgelegt.

11:02 Uhr

DLRG bereitet Einsatz vor

DLRG im Hafen in Kirchdorf

Bereits gestern Abend ist ein Tross mit Booten, Einsatzwagen und zahlreichen Einsatzkräften der DLRG in Kirchdorf angekommen. Mehrere Boote liegen inzwischen im Wasser. Sie haben Männer und Frau teilweise in dicken Neoprenanzügen mit an Bord. So wie es aussieht, sollen sie im und auf dem Wasser die beteiligten Helfer sichern. Die Nähe zu einem tonnenschweren Meeressäuger ist auch mit Gefahren verbunden.

10:25 Uhr

Was für heute geplant ist

Ob es für den Wal heute ins offene Meer geht, ist noch völlig unklar. Über den genauen Zeitplan hüllt sich die private Initiative weiter in Schweigen. Klar ist, die Aktion dauert bereits länger als zunächst veranschlagt. Dennoch soll der Wal heute mit Hilfe von Luftkissen angehoben werden, um ihn dann auf eine Transportvorrichtung zu legen und mit einem Schlepper Richtung Nordsee zu transportieren.

Video:
Animation: So soll der Wal-Rettungsversuch ablaufen (1 Min)

10:00 Uhr

Vom Fischernetz zum schwimmenden Klo

Im Hafen von Poel steht ein Dixie-Klo. Es besteht, laut Aufschrift, zum Teil aus recycelten Fischernetzen.

Ist es ein Scherz? Nein, ist es nicht. Die zum Bagger-Ponton angelieferte mobile Toilette besteht zum Teil aus recycelten Fischernetzen.

09:55 Uhr

Atmung wird immer schneller

Wal mit Fontäne

Von drei Minuten hat sich die Atemfrequenz des Wals inzwischen erhöht. Er stößt inzwischen minütlich Fontänen aus. Ob er unruhig wird? Das Tier liegt gerade ganz allein in der Bucht. Es sind keine Helfer bei ihm, aber nicht weit entfernt wird auf einem Ponton gearbeitet.

09:35 Uhr

Mobiles Klo für mobilen Bagger

Ponton mit Bagger auf Kirchsee

Rund 150 Meter vom Wal entfernt liegt eine Ponton-Plattform mit einem Bagger. Bevor es zum Wal geht, haben die Arbeiter an Bord erst einmal ein Dixi-Klo angeliefert bekommen. Ein weiteres Ponton, das sich im Hafen befindet, soll laut Hafenmeisterin demnächst in Bewegung gesetzt werden.

09:12 Uhr

Wal atmet alle drei Minuten

NDR Reporter vor Ort haben die Atmung des Wals gemessen. Er atmet im Intervall von drei Minuten. Die Atembewegungen des Wals wurden im Laufe seiner Liegezeit immer wieder als Indiz für seinen Zustand genommen. Eine schwächer ausgeprägte Atmung werteten Meeresbiologen in der Vergangenheit als Zeichen einer schlechten Vitalität.

08:34 Uhr

Aktion wird von Behörden überwacht

Mitarbeiter verschiedener Behörden sind seit dem Morgen in Kirchdorf auf Poel, um die Aktivitäten rund um den Wal auch vom Wasser aus im Auge zu behalten. In den vergangenen Tagen war auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) immer wieder auf der Insel. Sein Ministerium hatte am Mittwoch grünes Licht für den Rettungsversuch gegeben und duldet damit die Maßnahmen, für die es rechtlich keine offizielle Genehmigung geben kann.

07:47 Uhr

Erste Menschen im Wasser beim Wal

Am Morgen näherten sich Menschen auch auf einem SUP dem Wal.

Unter anderem auf einem SUP nährten sich mehrere Personen dem ruhig im bauchtiefen Wasser liegenden Wal. Sein Befinden soll darüber bestimmen, ob die eigentliche Rettungsaktion heute stattfinden kann. Danach würde auch der Zeitplan ausgerichtet, hieß es aus dem Team der privaten Initiative.

07:20 Uhr

Die Lage vor Ort im Livestream

Am frühen Morgen war es es noch ruhig in der Bucht vor Poel. Der Wal liegt seit 19 Tagen fest und immer noch im flachen Wasser der Kirchsee. Boote der Einsatzkräfte liegen im Kirchdorfer Hafen, die Rettungsinitiative bereitet sich vor.

LIVE:
Der Rettungsversuch für den Ostsee-Wal im Livestream

07:11 Uhr

Warnungen von Fachleuten: Heimreise unmöglich

Entgegen der optimistischen Stimmung bei den privaten Helfern warnen Wissenschaftler, Fachleute von Behörden sowie Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen vor weiteren Eingriffen. Sie würden dem Tier massive Schäden zufügen. Der Buckelwal sei orientierungslos und so schwach und geschädigt, dass er die Heimreise nicht schaffen werde.

07:00 Uhr

Was am Freitag beim Wal passiert ist

Nachdem verschiedenste Materialien, darunter Mobilkräne, Schwimmpontons und Rohre nach Poel und auf Position gebracht wurden, konnte gestern Nachmittag mit Probespülungen begonnen werden. Den ganzen Tag waren Helfer im und am Wasser im Einsatz. Heute könnte dann laut Einschätzung vor Ort die eigentliche Aktion beginnen. Dafür muss der Schlick um den Wal entfernt werden, damit Luftkissen angebracht und die Pontons gesetzt werden können. Die Pontons sollen so angeordnet werden, dass innen eine freie Fläche von sechs mal zwölf Metern entsteht, in der sich der Wal aufhalten kann.

Auf die Helfer hatte der Wal am Freitag einen guten Eindruck gemacht. Phasenweise gab es heftige Reaktionen des Tiers. Der Wal hatte sich gedreht und immer wieder mit seiner Schwanzflosse geschlagen. Die Bewegungen sollen nach Angaben der Helfer erste Ergebnisse des Rettungsversuches sein. Nachdem später am Tag Taucher wohl auch die Flipper, also die Brustflossen, freigespült hatten, zeigte der Wal erneut Bewegungen.

Wal Wismar

Die Vorbereitungen für den privat organisierten Rettungsversuch des Wals laufen – dauern aber länger als zunächst veranschlagt.

06:55 Uhr

Der Wal in der Ostsee: Die wichtigsten Fragen und Antworten

In unserer extra Übersichtsseite finden Sie Hintergrundinformationen über den Buckelwal in der Ostsee, über die majestätischen Tiere an sich und über das Für und Wider zur Rettungsaktion in der Wismarbucht. Das FAQ zum Buckelwal in der Ostsee aktualisieren wir weiter für Sie.

Eine Drohnenaufnahme zeigt den Buckelwal in der Wismarbucht

Ob Hörer, Zuschauer oder Social-Media-Nutzer: Alle haben viele Fragen zum Buckelwal. Expertinnen und Experten antworten.

Der Irrweg des Wals in der Ostsee

Am 3. März war der Wal erstmals im Hafen von Wismar gesichtet und mithilfe der Naturschutzorganisation Sea Shepherd mit Booten aus dem Hafenbecken geleitet worden. Am 23. März lag er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand. Nachdem für ihn eine Rinne ausgebaggert worden war, schwamm er sich am 27. März frei.

Am 28. März strandete er erneut in der Wismarer Bucht südlich der Insel Walfisch, kam zwischenzeitlich frei, lag anschließend jedoch bis zum 30. März wieder im flachen Wasser fest. In der Nacht zum 31. März setzte er sich abermals in Bewegung. Allerdings schwamm er nicht Richtung Westen, sondern nach Norden und blieb gegen 13 Uhr in der Kirchsee vor Poel liegen.