(jaso) Borussias U19 wollte sich die Rechnerei ersparen, das war für jeden Besucher auf dem „Fohlenplatz“ am Samstag ersichtlich. Bis in die Nachspielzeit versuchte Mihai Enaches Mannschaft alles gegen den FC Bayern. Iaia Manco Danfa, unter der Woche bereits Torschütze für die U23, tankte sich noch einmal durch, kam zum Abschluss – und scheiterte am Innenpfosten.
Aber um ein Haar hätten die Bayern das letzte Wort gehabt beim 2:2. Die finale Möglichkeit der Gäste lenkte die Enttäuschung des Trainers über den verpassten Sieg in moderate Bahnen. „Nur aufgrund dieser Torchance von Bayern würde ich sagen, dass das Unentschieden dann am Ende vielleicht doch in Ordnung geht“, sagte Enache.
Über den Großteil dieser unterhaltsamen Partie war der Spirit ersichtlich, der die 2008er vergangene Saison zur Deutschen U17-Meisterschaft trug. „Man hat heute wieder klar erkannt, wie wir Fußball spielen wollen. Es geht um Ballbesitz, um Dominanz, um Positionswechsel. Und über weite Strecken muss ich meiner Mannschaft ein Riesenkompliment aussprechen“, sagte Enache.
Gladbach: Iaia Manco Danfa zeigt seinen „Instinkt“
Der 0:1-Rückstand zur Pause war unnötig, Yll Gashi bestrafte die mangelnde Effizienz der Gladbacher mit seinem Tor in der 45. Minute vom Elfmeterpunkt. Nach dem Seitenwechsel drückte Borussia gleich wieder, in der 59. Minute gelang Taavi Koukkumäki der Ausgleich, der Finne staubte ab, nachdem der Ball infolge einer guten Einzelleistung von Edin Biber (Gladbachs einziger 2009er auf dem Platz) abgeprallt war. Doch fast im Gegenzug sorgte Oluwaseyi Wilson für die erneute Führung der Bayern.
Gladbach schob unermüdlich an, sei es über Mathieu Nguefack aus dem zentralen Mittelfeld, Niko Horvat auf der Zehn, Biber auf dem Flügel, den umtriebigen Danfa in der Spitze oder Linksverteidiger Artem Muradian, der vor einem Jahr im Halbfinal-Duell mit den Bayern Lennart Karl ausgeschaltet hatte. „Wir haben noch mal hervorgehoben, dass für jeden der Teamspirit spürbar und sichtbar sein muss“, sagte Enache. Deshalb falle es schwer, einzelne Akteure hervorzuheben, aber eine „Wirbelsäule“ sei unabdingbar.
Die beginnt bei Borussias U19 im Tor mit Marcello Trippel, der mehrere starke Paraden zeigte. Denn die Münchner standen nicht nur hinten drin, sie schalteten immer wieder gefährlich um. Mathieu Nguefack und Armin Spahic, der eine Verletzung überstanden hat und zuletzt seinen Vertrag verlängerte, verbucht Enache als seine „Strategen“, Biber und Horvat als „Zocker“. Und vorne bewies Danfa wieder seinen „Instinkt“, als er sich in der 80. Minute von seinem Gegenspieler absetzte und am zweiten Pfosten ein starkes Zuspiel von Horvat verwertete.
Trotzdem verpasste Borussia es eben, den Deckel drauf zu machen in der Hauptrunde der Nachwuchsliga. „Wir sind von niemandem abhängig, nur von unserer Leistung. Das gibt mir immer ein gutes Gefühl“, sagte Enache. Am kommenden Samstag ist Gladbachs U19 zum Abschluss bei Hannover 96 zu Gast. Die Niedersachsen bestreiten ihr vorletztes Spiel am Sonntag gegen den noch punktlosen Berliner AK.