Stand: 15.04.2026 09:45 Uhr

Protestplakat auf einer Demonstration

Gegen die Honorarkürzungen für Psychotherapeuten wurde auch in Kiel protestiert.

Psychotherapeuten aus dem Norden haben am Mittwochnachmittag (15.4) in der Kieler Innenstadt im Rahmen einer bundesweiten Aktion demonstriert. Ein Aktionsbündnis hatte dazu aufgerufen. Die Organisatoren hatten hunderte Teilnehmer erwartet. Grund für den Protest sind die Honorarkürzungen für Psychotherapeuten. Die Vergütungen wurden zu Monatsbeginn um 4,5 Prozent gesenkt. Darüber zeigt sich Björn Riegel, Vorstandsmitglied der Psychotherapeutenkammer Schleswig-Holstein, entsetzt: „Das ist für uns eine massive Entwertung unserer Arbeit – nicht nur finanziell, sondern auch, was den Stellenwert der psychischen Erkrankungen angeht.“

Wartezeiten könnten sich durch Honorarkürzungen verlängern

Der Psychotherapeut aus Hohenwestedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde) befürchtet, dass sich die Versorgung psychisch erkrankter Menschen wegen der Honorarkürzungen verschlechtert. „Eine Auswirkung könnte sein, dass sich Therapeutinnen und Therapeuten mehr auf Privatpatienten fokussieren, um das entstehende Defizit auszugleichen“, so Riegel. Eine mögliche Folge davon könnten längere Wartezeiten für gesetzlich Versicherte sein.

Ein Plakat mit der Aufschrift "Honorarkürzungen nicht mit uns".

Am 1. April sinken die Honorare für Psychotherapeuten bundesweit um 4,5 Prozent. Am Sonnabend ist deshalb ein bundesweiter Protesttag geplant.

Eine junge Frau arbeitet an einem PC.

Seit 2019 heißt es: Statt Ausbildung, Masterstudium und bezahlte Weiterbildung. Doch dafür gibt es kaum Stellen.