Finkgräfe beginnt statt Kapitän Raum
Dabei hatte Werner die personelle Situation in der Abwehr im Vorfeld durchaus Sorgen bereitet. Der angeschlagene Willi Orban hatte die Reise nach Frankfurt gar nicht erst mit angetreten, Castello Lukeba saß immerhin auf der Bank. Zu allem Überfluss zwickte es auch noch Kapitän David Raum (ebenfalls Bank) kurzfristig in der Leiste, weshalb Max Finkgräfe auf der Linksverteidigerposition zu einem seiner seltenen Startelfeinsätze in dieser Saison kam.
Das sollte die Gäste aber nicht daran hindern, druckvoll in die Partie zu starten. Diomande (8./13.) und Romulo (10.) kamen zu ersten guten Abschlussaktionen, verzogen aber jeweils. Den ersten Hochkaräter der Partie hatten zuvor die Frankfurter verzeichnet – Marten Vandevoodt entschärfte Jonathan Burkardts abgefälschten Schuss nach sechs Minuten.
Diomandes Traum-Solo bringt Leipzig in Führung
Insgesamt hatte Leipzig aber zunächst mehr von der Partie und konnte sich wie so oft in dieser Saison auf Diomande verlassen, der in der 27. Minute zeigte, warum ihn zahlreiche europäische Topclubs auf dem Zettel haben. Der Ivorer dribbelte sich von der rechten Seite zentral vor den Sechzehner, ließ dabei die halbe Frankfurter Mannschaft wie Statisten aussehen und vollendete von der Sechzehnerkante überlegt ins rechte untere Eck.
Lange ließ die Antwort der Eintracht allerdings nicht auf sich warten. Nachdem Assan Ouedraogo zwei weitere Chancen für Leipzig vergab, profitierte Hugo Larsson auf der Gegenseite von Ayoube Amaimouni-Echghouyabs unfreiwilliger Volleyvorlage und köpfte unhaltbar für Vandevoordt zum Ausgleich ein. Bis zur Pause blieb die Partie intensiv, zwingende Torchancen sprangen aber nicht mehr heraus.
Nusa überwindet Zetterer – Harder macht alles klar
Das sollte sich direkt nach Wiederanpfiff ändern. Zunächst parierte Michael Zetterer im SGE-Tor Christoph Baumgartners Abschluss aus kurzer Distanz (49.), ehe auch Vandevoordt zwei Minuten später gegen Oscar Höjlund auf der Gegenseite zur Glanztat gezwungen wurde. Beide Teams spielten jetzt munter nach vorne, meist fehlte es aber an Präzision und Ideen – bis zur 70. Minute: Nusa hatte auf der linken Seite ordentlich Rasen vor sich, zog in die Mitte und ließ Zetterer mit seinem nicht allzu platzierten Abschluss aus 20 Metern alt aussehen.
Frankfurt taumelte und musste zehn Minuten später den nächsten empfindlichen Nackenschlag hinnehmen, weil Werners Joker direkt zündeten. Der eingewechselte Raum initiierte den Angriff über die linke Seite, ehe Nusa den ebenfalls frisch ins Spiel gekommenen Harder perfekt im Strafraum bediente. Der Däne ließ Zetterer via Beinschuss keine Chance und beseitigte auch die letzten Zweifel am ersten Leipziger Erfolg bei der Eintracht.