Es sind Aussagen, die in der Bundesrepublik für Kopfschütteln, aber auch großes Unbehagen sorgen. Russlands Präsident Putin soll aktueller Berichte zufolge ein Auge auf Rüstungsfirmen in mindestens zwei deutschen Städten geworfen haben. Die „Bild“ berichtete zuerst.
So veröffentlichte das russische Verteidigungsministerium in einer Telegram-Nachricht eine Liste mit Standorten von Unternehmen in Europa, die an der Produktion von Waffen, Drohnen oder Bauteilen für die Ukraine beteiligt sein sollen. Der russische Vorwurf: Diese Firmen würden den Ausbau der ukrainischen Drohnenproduktion aktiv unterstützen.
Vollständige Adressen kursieren im Kreml
In Moskaus Visier stünden demnach drei Standorte in Hanau und München. Wie ernst es dem russischen Staatsoberhaupt ist, zeigt unter anderem, dass ihre vollständigen Adressen veröffentlicht und mit einer unmissverständlichen Drohung versehen worden ist.
Konkret soll es sich um die folgenden Rüstungswerke handeln: „3W Professional“, „Da Vinci Avia“ sowie „Airlogix“. Wie das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) gegenüber der Nachrichtenseite Correctiv bestätigte, sollen Rüstungsunternehmen „besonders mit Beziehungen zur Ukraine“ auch in der Bundesrepublik in den Fokus russischer Geheimdienste gerückt sein.
Weitere Entwicklung für Moskau ausschlaggebend
Auf der Plattform „X“ ließ der Vizechef des nationalen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew (60), keine Zweifel an der Ernsthaftigkeit der russischen Drohungen und postete unverhohlen eine „Liste potenzieller Ziele für die russischen Streitkräfte“. Wie schnell solche Anschläge in die Tat umgesetzt würden, machte Putins Stratege von der weiteren Entwicklung abhängig.

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Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew gilt als rhetorischer Scharfmacher.
Foto: Ekaterina Shtukina/Pool Sputnik via AP/dpa
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Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew gilt als rhetorischer Scharfmacher.
Foto: Ekaterina Shtukina/Pool Sputnik via AP/dpa
Dabei dürfte das Säbelrasseln aus Moskau ganz und garnicht zufällig kommen: Erst am vergangenen Dienstag, 14. April, hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz einen Besuch in Berlin abgestattet. Im Zuge dessen wurde mit Kiew eine strategische Partnerschaft vereinbart, die auch militärische Komponenten enthielt.
Aus Tschechien erfolgte bereits eine harrsche Reaktion: Außenminister Petr Macinka ließ kurzerhand den russischen Botschafter in Prag einbestellen. Hintergrund: Der Kreml hatte auch tschechische Rüstungsfirmen ins Visier genommen.
In der Zwischenzeit folgte auch eine erste Reaktion aus der Bundesrepublik. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) monierte, dass Einschüchterung oft mit Desinformation und fehlender Information funktioniere. Neben dem Verfassungsschutz seien auch der Staatsschutz, die Polizei sowie das Regierungspräsidium Darmstadt kontaktiert worden.
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Simon Schwenk
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