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Jahrelang hieß es: Diese Buchserie lässt sich nicht umsetzen. Apple TV+ hat es trotzdem gewagt – und einen Hit gelandet.

Streamingdienste durchforsten immer wieder Buchregale nach packenden Vorlagen, die sich für Serien oder Filme eignen. Insbesondere Sci-Fi ist ein beliebtes Genre für Adaptionen. Während manche Romane wie „3 Body Problem“ oder „The Expanse“ geradezu prädestiniert für die Umsetzung scheinen, scheitern andere spektakulär – „Ender‘s Game“ oder „Mortal Engines“ bewiesen, dass nicht jede Geschichte den Sprung auf den Bildschirm überlebt. Umso überraschender, wenn ein Projekt gelingt, das von vornherein als aussichtslos galt.

Alexander Skarsgård in „Murderbot“Alexander Skarsgård in „Murderbot“. © Apple TV+

Apple TV hat mit „Murderbot“ bewiesen, dass selbst vermeintlich unverfilmbare Stoffe funktionieren können. Die Serie basiert auf Martha Wells‘ „The Murderbot Diaries“, das lange als nicht adaptierbar galt. Trotz innerer Monologe, die rund die Hälfte der Novellen ausmachen, ungewöhnlicher Tonmischung aus Thriller und Comedy sowie einem neurodivergenten Protagonisten wurde die Umsetzung ein 10-Episoden-Hit – und Staffel 2 ist bereits in Arbeit. Der Erfolg zeigt sich auch auf Rotten Tomatoes: Kritiker vergeben starke 95 Prozent, während Zuschauer die Serie mit 82 Prozent feiern.

„Murderbot“ auf Apple TV: Warum die Sci-Fi-Adaption gegen alle Erwartungen funktioniert

Die größte Herausforderung war das Format. Der innere Monolog des Cyborg-SecUnits treibt die Handlung im Buch voran – ohne den Charakter bliebe kaum Story übrig, zumal die Reihe aus fünf Novellen und nur zwei späteren Romanen besteht. Hinzu kommt die eigenwillige Mischung aus Genre-Elementen, die schwer zu replizieren ist, und ein Protagonist mit neurodivergenten Zügen – emotionale Verarbeitung, Hyperfokus, Sozialisierungsschwierigkeiten –, die nicht jedes Publikum ansprechen.

Doch genau diese Stolpersteine wurden zu Stärken. Das Voiceover funktioniert authentisch, dank flacher Affekte und distanziertem Ton. Die sarkastischen, trockenen Kommentare über Menschen – die Murderbot faszinierend und gleichzeitig irritierend findet – transportieren den Witz der Bücher perfekt. Die 20–30-minütigen Episoden verdichten Thriller-Spannung und Comedy-Elemente so geschickt, dass die Serie leicht verdaulich bleibt, ohne generisch zu wirken. Starke visuelle Effekte runden das Paket ab. Auf diese Videospiel-Adaption darf man sich ebenfalls bald freuen.

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Mit nur 4,5 Stunden Gesamtlaufzeit lässt sich „Murderbot“ problemlos an einem Wochenende durchschauen – oder häppchenweise genießen, da die Episoden eine übergreifende Story erzählen, ohne mental zu überfordern. Die Serie zeigt Alexander Skarsgård als selbstbewussten Security-Androiden, der lieber futuristische Seifenopern schaut, als Missionen zu erfüllen, und dabei seinen freien Willen verbergen muss. Ein Beweis, dass kreative Teams auch scheinbar unmögliche Projekte zum Erfolg führen können. Noch diesen Monat kommt „Der Teufel trägt Prada 2“ endlich im Kino – das erwartet euch in der Fortsetzung.