Sie ist in der Bezirksvertretung Vohwinkel ein Dauerbrenner. Einmal mehr stand die Bundesgartenschau auf der Tagesordnung des Stadtteilgremiums. Bei der Sitzung am vergangenen Mittwochabend erläuterte Buga-gGmbH-Geschäftsführerin Susanne Brambora-Schulz ausführlich den aktuellen Planungsstand. Dabei ging sie nochmals auf die Bedeutung Vohwinkels für die 2031 geplante Großveranstaltung ein.

Immerhin gibt es hier mit der Tesche das größte Kernareal der Buga. Auf dem Lokschuppenareal sind ein großes Wohnquartier und eine Parklandschaft geplant. Die Wassack-Deponie soll eine Multifunktionsfläche werden und die Alte Gärtnerei ein Themengarten mit Gastronomie sowie Abenteuerspielplatz. Außerdem ist der Bahnhof Vohwinkel als Eingangstor der Gartenschau vorgesehen.

Eng verknüpft mit der Buga ist das integrierte Stadtentwicklungsprojekt (ISEK), mit dem auch das Stadtteilzentrum aufgewertet werden soll. Die Vohwinkeler erhoffen sich davon eine Verschönerung von Bahnhofsvorplatz, Stationsgarten und Lienhardplatz. Bei Letzterem gibt es allerdings ernüchternde Nachrichten. Auf Nachfrage von Bezirksbürgermeister Andreas Schäfer (SPD) berichtete Susanne Brambora Schulz, dass der Lienhardplatz erst nach der Bundesgartenschau angegangen werde. Während der sechsmonatigen Buga von April bis Oktober soll er als Wendeplatz für Shuttlebusse dienen.

„Das haben wir uns anders vorgestellt“, erklärte Andreas Schäfer, der in der Sitzung aus seiner Enttäuschung über die Planung keinen Hehl machte. Er könne die Entscheidung zwar aus verkehrlicher Sicht nachvollziehen, es müssten aber Lösungen für die Nutzer des Lienhardplatzes gefunden werden. „Das gilt besonders für die Marktbeschicker, aber auch für die Veranstalter der dortigen Feste“, so Schäfer. Unter anderem finden auf dem Lienhardplatz traditionell im Juni das Weinfest der Aktion V und im September das Nachbarschaftsfest der Arbeitsgemeinschaft Vohwinkeler Vereine (AGVV) statt. „Was gar nicht geht, ist, dass diese Veranstaltungen und auch der Markt während der Buga ersatzlos wegfallen“, betont der Bezirksbürgermeister.

So sieht es auch SPD-Fraktionssprecher Alexander Hobusch. Er zeigt sich bezüglich der Planungen für den Lienhardplatz überrascht. „Vohwinkel soll sich zur Buga für die Besucher möglichst attraktiv präsentieren, da ist ein Wendeplatz für Shuttlebusse auf dem Lienhardplatz schon eine herbe Enttäuschung“, findet Hobusch. Noch sei allerdings nichts entschieden. „Es muss jetzt intensiv geprüft werden, ob die Shuttlebusse nicht auch über den Bahnhofsvorplatz fahren können“, regt der SPD-Fraktionssprecher an. Diesbezüglich hatte Susanne Brambora-Schulz in der Sitzung darauf verwiesen, dass der Vorplatz wegen des dort bereits verkehrenden Linienbusverkehrs nicht für die Shuttlebusse zur Verfügung stehe.

Deutlich zum Thema wird der stellvertretende Bezirksbürgermeister Henrik Gurke (CDU). „Es ist ein Unding, dass uns ein so wichtiger Sachverhalt wie die Nutzung des Lienhardplatzes während der Buga als Wendeplatz für Busse erst auf Nachfrage mitgeteilt wird“, findet er. Zusammen mit dem von der Politik ebenfalls kritisch gesehenen Buga-Parkplatz an der Buntenbeck seien das keine guten Aussichten für den Stadtteil. „Gerade beim Verkehr gibt es noch viele offene Fragen, auch in Bezug auf den Bahnhofsvorplatz“, so Gurke.

Info-Veranstaltung zum Lokschuppenareal im Mai

In der Sitzung verwies Susanne Brambora-Schulz darauf, dass es sich beim Lienhardplatz erst um eine Vorplanung handele. Diesbezüglich werde die Bezirksvertretung weiter eingebunden. Grundsätzlich sei das Verfahren auf einem guten Weg. „Der Grundstückserwerb ist erfolgt und fünf Bauleitplanverfahren sind aktiviert“, berichtet die Buga-Geschäftsführerin. Nach der Bürgerbeteiligung zum Bereich Wassack und Tesche im März werde es im Mai eine weitere öffentliche Veranstaltung zum Lokschuppenareal geben.