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Eine Frau klettert an der Hohenzollernbrücke mit Blick auf den Rhein und den Dom.An der Hohenzollernbrücke klettert man mit Blick auf Rhein und Dom in Köln. © Cavan Images/Imago

An der Hohenzollernbrücke in Köln darf von März bis Oktober kostenlos geklettert werden. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten.

Köln – Mitten in Köln draußen klettern und das komplett kostenlos? Wer durch Köln spaziert, wird sie bestimmt schon einmal gesehen haben: Menschen, die die Mauern der Hohenzollernbrücke auf Deutzer Seite emporkraxeln. Ja, in Köln ist das Sportklettern draußen komplett kostenlos und legal möglich. Mit Blick auf Rhein und Dom ist es erlaubt, acht Monate im Jahr zu klettern – und das an einem historischen Baudenkmal. Das ist in Deutschland einzigartig und eine große Bereicherung für die Kölner. Denn im Rhein-Ruhr-Gebiet gibt es sonst eher wenige Klettermöglichkeiten am Fels, dafür aber zahlreiche Kletterhallen, und sogar eine der größten Kletterhallen Deutschlands steht in NRW.

Seit dem Jahr 1998 ist das Klettern an der Hohenzollernbrücke in Köln erlaubt. Der Kölner Alpenverein betreibt den Klettergarten mit Erlaubnis der Stadt Köln. Die Brücke bietet zwar keinen Naturfels, aber zumindest das Gefühl von Klettern am Felsen in größtenteils einfachen Schwierigkeitsgraden.

Toprope klettern an der HohenzollernbrückeAn den Mauern der Hohenzollernbrücke klettert ein Mann.Leisten dominieren das Klettern an den Mauern der historischen Brücke in Köln. © imago stock&people

Da sich die meisten Routen im 5. Schwierigkeitsgrad liegen, ist das Klettergebiet auch für Anfänger geeignet. Sie müssen aber Toprope sichern können. Das bedeutet, dass das Seil, an dem der Kletterer gesichert ist, durch einen Karabiner am Ende der Route läuft, den sogenannten Umlenker. Der Sicherungspartner zieht das Seil beim Hochklettern immer weiter ein und bewahrt den Kletterer vor einem Sturz auf den Boden. Bevor es an der Mauer hoch geht, muss das mitgebrachte Seil in Toprope eingehängt werden. Dafür werden die Umlenker, die hinter der Brüstung liegen, mit Bandschlingen verlängert.

Aufgrund der Mauerstruktur dominieren kleine Leisten das Klettergebiet. Ein bisschen Fingerkraft ist also vonnöten, um nach oben zu gelangen. Aber mit Technik, Gleichgewicht, Vertrauen in die Füße und dem Finden der richtigen Körperposition ist es möglich, kraftsparend zu klettern. In den leichteren Routen bewegt man sich eher auf plattig geneigten Wänden und findet auch immer wieder einen Henkel.

11 kostenlose Ausflugsziele in NRWDie erste Seite des Magazins „kostenlose Ausflugsziele in NRW“Ausflüge müssen nicht immer teuer sein: 11 Tipps für kostenlose Ausflugsziele gibt es im praktischen PDF. © Ippen.Media & IMAGO/imagebroker/Günter Gräfenhain

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Wer darf an der Hohenzollernbrücke klettern?

Wer Toprope sichern kann und über 18 Jahre alt ist, darf nach einem Eintrag in ein Online-Formular vom DAV Köln an der Hohenzollernbrücke kostenlos klettern. Sicherungskurse gibt es in den Kletterhallen und beim DAV. Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren benötigen eine unterschriebene Zustimmungserklärung der Erziehungsberechtigten, wenn sie ohne Erwachsene klettern wollen. Wenn ein Erwachsener dabei ist, der die Sicherungstechnik beherrscht, benötigen Jugendliche keine Zustimmungserklärung. Kinder bis 13 Jahre dürfen nur in Begleitung eines erfahrenen Erwachsenen an der Brücke klettern.

Von der Halle an den Fels? NRWs Kletter- und Boulderhallen eignen sich ideal zum Trainieren, bevor es an die Hohenzollernbrücke geht.

Wann ist das Klettern an der Hohenzollernbrücke erlaubt?

An der historischen Hohenzollernbrücke in Köln darf von März bis Oktober in bestimmten Bereichen bei Tageslicht geklettert werden. Im Winter und nachts ist das Klettern verboten.

Wo befinden sich die Routen an der Hohenzollernbrücke?

Die Kletterwände liegen auf der rechtsrheinischen Seite der Hohenzollernbrücke am Hyatt-Hotel in Deutz. Nur wo Bohrhaken hinter oder auf der Brüstungsmauer angebracht sind, darf geklettert werden. Im Kletterführer sind die elf Kletterbereiche und die Lage der Bohrhaken eingezeichnet.

Wie schwer sind die Kletterrouten?

Die 70 Kletterrouten liegen zwischen den UIAA-Schwierigkeitsgraden IV und VIII-. Die meisten bewegen sich im moderaten Bereich vom 5. und 6. Grad. Es gibt aber auch einige 7er und eine 8-. Oft sind die Routen für erfahrene Kletterer etwas leichter, als der Schwierigkeitsgrad suggeriert. Das liegt an der Kürze der Routen von maximal zehn Metern und dem Klettern in Toprope, was jede Route einfacher erscheinen lässt.

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Infos zum Klettern an der Hohenzollernbrücke in der Übersicht

Die Sektion Rheinland-Köln des Deutschen Alpenvereins kümmert sich um die Pflege der Kletteranlage. Sie gibt einige Regeln vor, unter denen das Klettern an der Hohenzollernbrücke erlaubt ist:

  • Wer Alkohol, Betäubungsmittel oder Drogen konsumiert hat, darf nicht klettern.
  • Kletterer müssen die Sicherungstechnik für das Toprope-Klettern beherrschen.
  • Es darf nur Toprope an den vorhandenen Bohrhaken geklettert werden.
  • Zum Einrichten des Toprope werden eine Bandschlinge benötigt sowie ein Handtuch, um das Seil vor dem Scheuern zu schützen.
  • Bouldern ist an der Hohenzollernbrücke nicht erlaubt.
  • Abseilen und Bergrettungsübungen sind verboten.
  • Das Seil muss mit einem Achterknoten oder Sackstich in den Hüftgurt eingebunden werden. Das Einbinden mittels eines Karabiners ist nicht erlaubt.
  • Nur der Gebrauch von Magnesiabällen/Chalkballs ist erlaubt, um die denkmalgeschützten Wände durch Magnesia zu minimieren.
  • Jeder klettert auf eigenes Risiko und ist für die eigene Sicherheit verantwortlich.
  • Jeder soll Rücksicht auf andere nehmen, auch Fuß- und Radfahrer, der Verkehr darf nicht behindert werden.