Ausverkauftes Haus, mediterranes Flair und jede Menge musikalische Leidenschaft: Mit dem Eröffnungsfest „Komm ein bisschen mit nach Italien“ ist das „stARTfestival“ von Bayer Kultur am Freitagabend im Erholungshaus fulminant gestartet. Rund 630 Gäste erlebten eine mitreißende Mischung aus Klassik, Canzoni und ausgelassener Partystimmung. Für einen Abend verwandelte sich die Stadt in eine Bühne voller italienischen Lebensgefühls – mit Pizza, Pasta, Amore und ganz viel Musik. Eben Dolce Vita im Erholungshaus.

Schon beim Betreten des festlich geschmückten Saals wurde klar: Dieser Abend wird besonders. Zwei Vespas begrüßten die Gäste im Eingangsbereich. Einige, wie die Eltern des Technischen Leiters Michael Kalis, hatten sich eigens passend zum Thema gekleidet. Ihr Outfit – gelber Rock und ein Oberteil mit Zitronen-Muster – hatte Ute Kalis sogar selbst genäht. Girlanden und Lichterketten sorgten für stimmungsvolles Ambiente. Auf der Bühne ließ ein detailreiches Amalfi-Küstenbild mit Blick auf Positano gute Urlaubsgefühle aufkommen. Flankiert von meterhohen Olivenbäumen entstand mithin eine Kulisse, die Leverkusen gefühlt direkt an die Adria verlegte.

Den Auftakt gestalteten die Bayer Philharmoniker mit hochkarätigen Solisten. Sopranistin Hasmik Harutyunyan, Hovhannes Ordanyan (Tenor) und Tovmas Tovmasyan (Bariton) überzeugten mit volltönender Fülle und begeisterten das Publikum. Spätestens beim Trinklied aus „La Traviata“, das der Männerchor Bayer Leverkusen unter Leitung von Claudia Rübben-Laux zuvor mit den Gästen einstudiert hatte, wurde aus Zuhören Mitmachen – ein Moment, der den Geist des Abends perfekt einfing: gemeinsames Erleben von Kultur. Für ausgelassene Stimmung zwischen den klassischen Weisen sorgte die Band „I Dolci Signori“. Mit Charme, Witz und Spielfreude präsentierten die sechs Musiker italienische Welthits, Klassiker und überraschende Arrangements. Viele Gäste hielt es nicht mehr auf den Sitzen. Gleich zweimal gab es überdies Gelegenheit, an anderer Stelle neue Tänze zu erlernen, vermittelt durch ein Team der Opladener Tanzschule „Time2Dance“.

Doch so unbeschwert der Abend zeitweise wirkte, so präsent war im Hintergrund ein ernstes Thema: die Zukunft des Erholungshauses. Viele Besucher äußerten ihre Sorge über eine mögliche Schließung. Für sie ist das Haus weit mehr als nur ein Veranstaltungsort – es ist ein kulturelles Herzstück der Stadt. „Das gehört einfach zu Leverkusen“, brachte es eine Besucherin auf den Punkt. Iris Wiesinger sagte: „Wenn das Erholungshaus schließen würde, wäre es, als wenn Bayer 04 nicht mehr zu Leverkusen gehören würde.“ Roswitha Arnold, die ehemalige Leiterin des Kulturausschusses, kommentierte: „Ich finde, dass sich die Stadt das Haus nicht entgehen lassen darf. Es ist als Kulturort ganz wichtig für Leverkusen.“ Oberbürgermeister Stefan Hebbel, der erstmals am „stARTfestival“ teilnahm, betonte ebenfalls die Bedeutung des Hauses und zeigte sich optimistisch, dass eine gute Lösung gefunden werde. Eine Arbeitsgruppe zwischen Stadt und Bayer Kultur arbeite derzeit intensiv an Perspektiven. Ergebnisse werden bis Mai erwartet.

So blieb am Ende eines Abends voller Musik, Emotionen und italienischer Lebensfreude vor allem eines: die Hoffnung, dass dieses besondere Zusammenspiel aus Kultur, Ort und Gemeinschaft auch in Zukunft erhalten bleibt.

Festival Die Veranstaltung markierte den Auftakt des „stARTfestivals 2026“. Von April bis Juni gibt es abwechslungsreiches Programm an verschiedenen Spielorten. Ein besonderes Highlight ist die deutsche Erstaufführung von „Frida’s Dream“ der Komponistin Gabriela Frank. Tickets sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen von kölnticket und Eventim, online und – je nach Verfügbarkeit – an der Abendkasse erhältlich. Infos: www.kultur.bayer.de/de/startfestival-2026