Lehrkräfte aus Ostbevern und Großbritannien testen Künstliche Intelligenz im Fremdsprachenunterricht. Erste Ergebnisse zeigen Vorteile.

Ostbevern (gl) – Lehrkräfte aus Nordrhein-Westfalen und Großbritannien haben im Rahmen eines internationalen Projekts die Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) im Fremdsprachenunterricht untersucht, heißt es in einer Mitteilung des Gymnasiums Johanneum Ostbevern.

Delegation reist nach London

Im März präsentierten sie ihre Arbeitsergebnisse, die auf einer Tagung des Goethe-Instituts in London im November 2025 ihren Anfang genommen hatten. Nach einer intensiven Vorbereitungsphase reiste eine Delegation aus NRW nach London, um sich mit britischen Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Anschließend wurden verschiedene KI-Projekte an Schulen im Vereinigten Königreich durchgeführt.

Ein Schwerpunkt lag auf dem Einsatz von KI-Tools im Deutschunterricht in England. Dort bereiteten sich Schülerinnen und Schüler mithilfe einer KI auf mündliche Prüfungen vor.

Feedback zu Aussprache und Grammatik

Die KI gab laut Mitteilung unmittelbares Feedback zu Aussprache und Grammatik. Beobachtungen und Umfragen zeigten, dass die Lernenden sich durch die KI sicherer im Gebrauch der deutschen Sprache fühlten. Fremdsprachenlehrerin Araceli Gil Martínez vom Gymnasium Johanneum in Ostbevern, die das Projekt gemeinsam mit ihrer britischen Kollegin Elodie Plennevaux leitete, war gespannt, wie die Erfahrungen auf deutsche Schülerinnen und Schüler übertragbar sind.

Das Projekt wurde daraufhin in der Klasse 5a des Gymnasiums Johanneum in Ostbevern fortgesetzt. Ziel war es, zu prüfen, ob der Einsatz von KI-Tools bereits in der fünften Jahrgangsstufe sinnvoll ist. Nach einer kurzen Einführung arbeiteten die Schülerinnen und Schüler eigenständig mit einem eigens entwickelten KI-Assistenten an englischen Satzstrukturen. Die Begeisterung der Kinder war groß, wie Gil Martínez berichtet.

Schüler sehen Vorteile in der KI

Die Ergebnisse wurden bei einer Präsentation in der Bezirksregierung Münster vorgestellt. Eine Umfrage unter den Fünftklässlern ergab, dass rund 76 Prozent den Umgang mit der KI positiv bewerteten. Viele lobten die verständlichen Erklärungen der KI. Das Fazit der Projektbeteiligten: Der frühe Einsatz von KI kann den Lernprozess individualisieren und sollte weiter ausgebaut werden.

Das Projekt „KI in der Sprachbildung: Kurzeitaustausch für Lehrkräfte UK – NRW“ wird vom Ministerium für Schule und Bildung NRW, der Bezirksregierung Münster und dem Goethe-Institut London getragen. Neben neuen Erkenntnissen zum KI-Einsatz im Unterricht wurde auch die Kooperation zwischen den Schulen in Portsmouth und Ostbevern gestärkt und soll künftig weiter vertieft werden.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.