Nachdem der Ampel das Geld für Stromer-Subventionen ausgingen und weil die China-Geschäfte bereits länger schlecht liefen, stürzte Volkswagen in eine tiefe Krise. Der fiel unter anderem die Autoproduktion in der VW-Manufaktur Dresden zum Opfer. Auch die einstigen Elektroauto-Vorzeigefabriken in Zwickau arbeiten nur noch auf Sparflamme. Foto: Heiko WeckbrodtNachdem der Ampel das Geld für Stromer-Subventionen ausgingen und weil die China-Geschäfte bereits länger schlecht liefen, stürzte Volkswagen in eine tiefe Krise. Der fiel unter anderem die Autoproduktion in der VW-Manufaktur Dresden zum Opfer. Auch die einstigen Elektroauto-Vorzeigefabriken in Zwickau arbeiten nur noch auf Sparflamme. Foto: Heiko Weckbrodt

Autobau zieht viele Betriebe in einen Abwärtssog, aber Mikroelektronik wächst gegen den Trend

Dresden, 19.04.26. Die sächsische Industrie schrumpft weiter: Nachdem sie im Jahr 2024 bereits vier Prozent von ihren Umsätzen eingebüßt hatte, hat sie im Jahr 2025 weitere 2,4 Prozent eingebüßt. Auch der Stellenabbau setzt sich fort und erreichte im vergangenen Jahr mit -2,3 Prozent einen Beschäftigtenrückgang, wie er zuletzt 2009 beobachtet wurde, als Wirtschafts-, Finanz- und Chipkrise im Freistaat aufeinander trafen. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Statistischen Landesamtes in Kamenz hervor.

VW-Krise trifft Freistaat spürbar

Besonders stark ist der Abwärtstrend im Automobilbau: Die Volkswagen-Krise hat dazu geführt, dass die VW-Manufaktur ihre Autoproduktion ganz eingestellt hat und die einstigen Vorzeigewerke für Elektroautos in Zwickau ihre Fertigung stark drosseln musste. Dieser Sog hat auch zahlreiche Zulieferer vor allem in Südwestsachsen in eine tiefe Krise gestürzt.

Schrumpfkurs im Autosektor könnte früher oder später auch auf sächsische Mikroelektronik übergreifen

Stützend wirkt im Industriesektor die Mikroelektronik im Großraum Dresden: Die Elektronikbranche kommt insgesamt sogar auf ein leichtes Plus von 1,1 Prozent. Da allerdings auch viele Chipwerke im „Silicon Saxony“ Chips und Sensoren für Kfz liefern, könnte sich die Krise des deutschen und europäischen Automobilbau eher oder später auch dämpfend auf die sächsische Halbleiterindustrie auswirken. Neben anderen Chips stellen insbesondere Infineon, Globalfoundries, X-Fab und Bosch in Dresden Halbleiter für den Automobilsektor her. Und bei ihrer Entscheidung, in Dresden eine erste europäische Chipfabrik zu bauen, hatten sich die TSMC-Manager seinerzeit von der Erwartung leiten lassen, die dort künftig hergestellten Chips vor allem an Europas Autoschmieden verkaufen zu können.

Wenn die Krise von VW & Co. allzu lange anhalten sollte, könnte dies die Halbleiterfabriken im Großraum Dresden auch noch empfindlich treffen. Allerdings versuchen viele von ihnen – darunter Globalfoundries – bereits, in neuen Sektoren Fuß zu fassen. Neben Luft- und Raumfahrt denken die Chip-Manager da vor allem an die Militärtechnik-Industrie, die wegen der aktuellen schuldenfinanzierten Aufrüstung in Deutschland derzeit besonders zulegt.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Statistisches Landesamt Sachsen, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt