Das Bürgervotum zu den Olympischen und Paralympischen Spielen in Düsseldorf ist beendet. Im Amt für Statistik und Wahlen sowie in den Berufskollegs an der Suitbertustraße ist am Sonntagabend die Auszählung der Stimmen gestartet. Bis 19 Uhr zeichnete sich ein Ja für das riesige Sportevent ab: Die Zustimmung lag zu dem Zeitpunkt bei 66 Prozent. Ausgezählt waren um 19 Uhr allerdings erst knapp 11.000 von 155.000 abgegebenen Stimmen.
Bis Sonntagnachmittag hatten die insgesamt rund 472.000 abstimmungsberechtigten Düsseldorferinnen und Düsseldorfer die Möglichkeit, ihren Wahlbrief abzugeben. Am Abend waren viele Helfer im Einsatz, um die Stimmen auszuzählen. Zuvor hatten sie bereits die hellroten Abstimmungsumschläge aufgeschlitzt und die blauen Umschläge mit den Stimmzetteln in Urnen gegeben.
Für das ehrenamtliche Engagement der insgesamt rund 1100 Helfer bedankte sich der Beigeordnete Christian Zaum persönlich. Bei seinem Besuch an der Suitbertustraße erklärte er am Abstimmungstag außerdem, dass die Rücklaufquote drei Stunden vor dem Ablauf der Frist bei knapp 33 Prozent gelegen habe. Zaum sprach von einem vernünftigen Ergebnis. Dieses sei weder herausragend gut noch „total schlecht“. Zum Vergleich: In München lag die Beteiligung bei 42 Prozent.
Überraschend hoch sei in Düsseldorf die Zahl der ungültigen Unterlagen gewesen, erklärte Norbert Jelonnek-Krah, Leiter des Amtes für Statistik und Wahlen. „Die war deutlich höher als bei normalen Wahlen.“ Einige der abgegebenen Stimmen konnten so nicht zugelassen werden – etwa weil Unterlagen nur im blauen Umschlag für den Stimmzettel eingeworfen wurden. Trotzdem ging Zaum am Nachmittag davon aus, dass die Landeshauptstadt letztlich bei einer Beteiligung von rund 33 Prozent liegen werde – und er behielt damit recht.
„Der Einsatz der ehrenamtlichen Helfenden ist ein unverzichtbarer Beitrag zur gelebten Demokratie“, sagte Zaum bei seinem Besuch zudem. „Dafür danke ich Ihnen auch im Namen der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt.“ Beteiligt hatten sich an der Auszählung unter anderem Schüler aus den Abiturjahrgängen mehrerer Gymnasien in der Stadt. So waren das Humboldt- sowie das Schloß-Gymnasium und das St.-Ursula-Gymnasium vertreten.
Düsseldorf will sich mit 16 weiteren Kommunen um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Die Einwohner aller beteiligten Städte waren dazu aufgerufen, ihre Meinung zu äußern. In sogenannten Ratsbürgerentscheiden konnten sie ihre Zustimmung oder Ablehnung ausdrücken. Damit legen sie fest, ob „ihre“ Städte die Bewerbung weiter verfolgen.
Die Abstimmung hat in den Kommunen in Nordrhein-Westfalen zeitgleich stattgefunden, das Ergebnis soll am Abend in Köln offiziell verkündet werden. Auch eine Düsseldorfer Delegation rund um Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) fährt dafür in die Domstadt.
Bis zur endgültigen Entscheidung über den Ort der Ausrichtung sind aber noch einige Schritte nötig. Im September wird zunächst der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheiden, welcher der nationalen Bewerber Deutschland international vertreten wird. Neben der Region Rhein-Ruhr haben auch München, Berlin und Hamburg Interesse.