Wetter und Beteiligung bei der 17. Auflage des Citylauf Lintorf passten, aber ganz ohne Tränen blieb es nicht. Beim Start des 1000-Meter-Laufes stürzten zwei Mädchen im Getümmel, und während eines von Sanitätern in die elterliche Obhut übergeben werden musste, überwand Pia ihren Schreck und startete drei Minuten später als der Rest – sie kam nicht als Letzte ins Ziel. „Toll gekämpft, das ist Sportsgeist“, lobte Marcus Eichler, der mit Gladys Just das Moderatoren-Team bildete.

Schon vor dem Bambini-Start hatte sich Eichler über die große Teilnehmerzahl gefreut bei der Traditionsveranstaltung des TuS 08 Lintorf und des Angerland Lauftreffs (ALT) Lintorf: „So um die 950 Starter haben wir, es gab noch ein paar Nachmeldungen.“ Das Ziel von 900 war damit übererfüllt. Und bis auf die kleinen Stürze bei den jüngeren Aktiven, lief alles glatt, das Lintorfer Orga-Team ist eingespielt. Während die TuS-08-Vorstandsmitglieder Sabrina Schmitz und Tim Matzaitis im Start-/Ziel-Bereich auf der Speestraße zum Mikro griffen oder Pokale überreichten, stand das dritte Vorstandsmitglied, Alexander Kraus, mit roter Warnweste an der Kreuzung und half dort bei der Verkehrsführung mit.

Holzmedaillen für jeden im Ziel

Im Ziel hatten die Ausrichter etliche Helfer, die jedem Finisher eine Holzmedaille umhängten, Eichler übernahm die Siegerehrungen der ersten drei Läufer und Altersklassen-Sieger. Nach dem Start über die 2000 Meter, der reibungslos vonstattengegangen war, sagte Just: „Ich bin heilfroh, dass diesmal niemand gestürzt ist, weil da blutet einem direkt das Herz, wenn die Kinder fallen und dann weinen.“ Zu weiteren derartigen Szenen kam es am Sonntag zum Glück nicht mehr, und auch das Enten-Maskottchen der Stadtwerke – ein beliebtes Foto-Motiv für die Jüngeren und ihre Eltern – half, wenn Trost nötig wurde.

Georg Mantyk war aus dem Urlaub an der Adria zurückgekommen, der Chef des Triathlon Team Ratingen (TTR) 08 wollte unbedingt „seine“ Athleten anfeuern und hatte da durch alle Altersklassen hinweg ausreichend zu tun. So ganz „Urlaub“ war es im Übrigen nicht gewesen, einige seiner Triathleten, die Ende Mai in die Saison der 1. Bundesliga starten, waren mit dabei und spulten Rad- und Laufkilometer ab. So auch Eric Müller, der beim Citylauf als Schlussfahrer unterwegs war, also mit deutlich geringerem Tempo als sonst. Nach der 800-Meter-Runde fragte ihn Mantyk scherzhaft: „Und? Geht‘s noch?“ und fühlte Müllers Puls.

Favoriten-Duo muss passen

Ebenfalls vom ASV Duisburg kam der wohl jüngste Aktive über die fünf Kilometer: Aladji Heck stand selbstbewusst ganz vorne an der Linie zwischen den erwachsenen Läufern – er startete in der Altersklasse M10, die er mit seiner Zeit von 20:40 Minuten auch gewann. Ältester Starter im Feld war Siegfried Kalweit vom TSV Viktoria Mülheim mit dem Geburtsjahr 1942. Hingucker gab es sonst noch mit einem Läufer im Panda-Outfit oder den „Turboschnecken“, die mit Fühlern auf dem Kopf unterwegs waren.

Neujahrslaufsieger gewinnt auch in Lintorf

Den Zehn-Kilometer-Hauptlauf nutzte Renee Bongers vom Ayyo Team Essen, um seine Führung im 14. Ratinger Laufcup auszubauen: Der Sieger des Neujahrslaufes des ASC Ratingen-West war im Januar mit 33:28 Minuten sogar noch etwas schneller gewesen als nun in Lintorf mit seinen 34:15 Minuten. Die schnellste Frau stellte auch hier der ASV Duisburg mit Stephanie Breitkreutz (37:20). Erstaunlich: Neuens, der nach seinem Fünf-Kilometer-Sieg erst einmal im Einlaufbereich zu Boden gesunken war, um sich zu erholen, lief im Anschluss auch noch die doppelte Distanz und kam als Dritter ins Ziel (34:56). Drittschnellste Frau wurde eine Lokalmatadorin: Claudia Jäkel vom TuS 08 Lintorf (43:27). Am Ende durften alle zufrieden sein: Läufer, Organisatoren und Ausrichter – und die paar Tränen waren da bestimmt schon getrocknet.