Nach dem ausgeglichenen ersten Aufeinandertreffen am Freitag hatte Kassel-Headcoach Todd Woodcroft geschlussfolgert, dass seine Mannschaft das Team ist, das Krefeld in sieben Spielen schlagen kann. Grund zu dieser Annahme hatte er allemal, denn ebenso wie am Freitag agierten seine Schützlinge auch in Spiel zwei am Sonntag lange Zeit auf Augenhöhe, waren zu Teilen sogar spielbestimmend. Doch ebenfalls wie am Freitag standen die Nordhessen letztlich mit leeren Händen da, denn abgeklärte Pinguine hatten beim 4:1 (1:1, 2:0, 1:0) eben immer eine passende Antwort parat.

So überwanden die Seidenstädter erneut einen frühen Rückstand, verwerteten in den richtigen Momenten mit aller Abgezockheit ihre Chancen und schraubten durch ein dominantes Mitteldrittel den Serienstand letztlich auf 2:0. Für Kassel war diese Niederlage im ersten Heimspiel ein echter Nackenschlag, mit einer besseren Chancenverwertung und dem berühmten Quäntchen Spielglück hätten sie die Serie auch ausgleichen können. Denn die Schlittenhunde starteten extrem gut in die Partie. Wie bereits am Freitag gehörte die Anfangsphase klar den Hausherren, und bevor Krefeld überhaupt mal gefährlich in die Offensive kam, musste Felix Bick auch schon hinter sich greifen. ECK-Kapitän Jake Weidner schob die Scheibe nach etwas Gestocher unter Bick ein, genau wie sein Amtskollege Weiß am Freitag ging nun also der Huskies-Kapitän vorneweg.

Drei Tore durch Schüsse von der blauen Linie

Die Stimmung in der Arena war erstklassig, die zahlreichen Fans beider Mannschaften feuerten an und sahen in der Folge, wie Kassel weiter aufs Gaspedal drückte. Garlent, Weidner, Turgeon – sie alle scheiterten jedoch aus guten Positionen an Bick. Nachdem Buschmann sich nach einem völlig unnötigen Stockschlag abseits des Geschehens die erste Strafe verdiente, offenbarte sich jedoch auch die aktuell große Schwäche beider Mannschaften: Das Powerplay. So überstanden die Pinguine ihre zwei Minuten in Unterzahl, kamen in der Folgen selbst besser in die Partie und schlugen dann im Stile einer Spitzenmannschaft eiskalt zu. Einen Schuss von Buschmann fälschte Max Newton ab, der Angreifer drückte nach seinem entscheidenden Tor am Freitag der Finalserie damit erneut seinen Stempel auf (16.).

Kassel war bis dahin die bessere Mannschaft – doch das alleine reicht eben nicht, um diese Pinguine zu schlagen. Krefeld war jetzt wach und nahm das Spiel mehr und mehr in die eigene Hand. Doch Cerny und zwei Mal Weiß verpassten die Führung – so ging es erneut mit einem 1:1 in die erste Pause. Die tat wohl vor allem den Pinguinen gut, denn ausgelöst durch eine zweiminütige Überzahl spielte sich der Hauptrunden-Primus nun im gegnerischen Drittel fest. Das Powerplay blieb zwar wieder mal torlos, doch immerhin sahen die Abläufe besser aus, als noch am Freitag.

Der sehr auffällige Cerny scheiterte am Pfosten, Maurer parierte klasse gegen Vandane (27.) – Krefeld war nun in seiner besten Phase des Spiels und sollte sich, anders als die Huskies, dafür auch belohnen. Treffer von Payerl (28.) und Zengerle (31.) zogen das Spiel auf ähnliche Weise auf schwarz-gelbe Seite. So staubte Payerl, der bereits am Freitag getroffen hatte, einen Schuss von Buschmann ab. Zengerle traf ebenfalls aus dem Slot heraus, er fälschte einen Vandane-Schuss entscheidend ab. Allen drei Treffern war damit ein Schuss von der blauen Linie vorausgegangen, zwei Mal vom starken Buschmann.

Krefeld spielte insgesamt ein überragendes Mitteldrittel und verdiente sich diese Führung – dennoch war es aus Kasseler Sicht sehr bitter. Denn während die Huskies ihre guten Chancen nicht nutzten, fielen die entscheidenden 50:50-Situationen eben für die Pinguine aus. Im Schlussdrittel fokussierten sich die Krefelder aufs Verteidigen, mussten sich jedoch auch mehrfach beim starken Bick bedanken. Der Goalie erwischte wieder einen guten Tag, parierte mehrfach stark gegen Garlent und Keck und verhinderte dadurch das Comeback der Huskies.

Es war letztlich ein routinierter Auftritt, Santos sorgte aufs leere Huskies-Tor Sekunden vor Schluss noch für den 4:1 Endstand. Weiter geht die Serie nun am Dienstag in Krefeld, mit einem Spiel, das Kassel wohl schon zwingend gewinnen muss.