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Bielefeld (NRW) – „Alles nur geklaut“. Ausgerechnet mit diesem Kult-Ohrwurm der Gruppe „Die Prinzen“ aus den 90er-Jahren bewirbt Fast-Food-Riese Kentucky Fried Chicken (KFC) einen neuen „Krispy Kebab“ – und trifft damit unfreiwillig ins Schwarze. Denn genau wegen dieses Produkts gibt’s jetzt richtig Beef in Bielefeld: Die ostwestfälische Döner-Kette Krispy Kebab wirft dem US-Fast-Food-Riesen vor, ihren Markennamen geklaut zu haben.
Bielefelder Döner-Kette hat Namen schützen lassen
Genau dieser Name ist in Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) nämlich längst bekannt: Das dort gegründete Döner-Franchise-Unternehmen „Krispy Kebab“ tritt seit Jahren damit auf – und hat sich die Marke im Jahr 2017 für den Gebrauch in Deutschland auch rechtlich schützen lassen.

Seit 2017 gibt es den Krispy Kebab in Bielefeld. Der Betreiber des gleichnamigen Unternehmens hat sich den Namen in Deutschland rechtlich schützen lassen
Foto: Christian Müller
Besonders auffällig: KFC nutzt nicht nur das Wort „Kebab“, sondern gleich die komplette Kombination. Sergen Kolcu (29), der das Familienunternehmen mit seinem Bruder Erdal führt, sagt zu BILD: „Normalerweise schreibt KFC Crispy mit C, beim neuen Produkt steht plötzlich ein K.“ Für die Bielefelder kann das kein Zufall sein. Kolcus’ klare Ansage an KFC: „Wir wollen euch ja nichts Böses, aber so geht das nicht. Würdet ihr Krispy mit C schreiben, wäre die Sache erledigt – aber so wehren wir uns.“

So wirbt KFC für das neue Produkt
Foto: krispykebab/Instagram
„Von den Besten kopiert“ heißt es im Werbeslogan
Und auch die Marketingkampagne des US-Giganten KFC mit dem Hit „Alles nur geklaut“ wirkt in diesem Zusammenhang wie eine Steilvorlage. Im Spot werde sogar „Von den Besten kopiert“ gesungen. Kolcus’ Reaktion: „Die meinen doch uns damit!“
Doch KFC widerspricht diesem Eindruck in einer Pressemitteilung zum neuen Produkt, das ab 21. April limitiert für zwei Monate auf den deutschen Markt kommen soll. Die Botschaft sei lediglich, dass man den Döner nicht neu erfinden wolle, sondern ein an das Original angelehntes Produkt anbiete. Inhaltlich hat der neue KFC-Döner mit dem klassischen Imbissprodukt nämlich nur bedingt etwas zu tun: Verkauft wird getoastetes Kebab-Brot, gefüllt mit Crispy-Chicken-Filets statt traditionellem Dönerfleisch.

„Von den Besten geklaut und mit Fried Chicken neugebaut“, so wirbt der Fast-Food-Riese. Serviert wird KFC-typisches Hähnchenfleisch im Kebab-Brot – dazu Salat, Tomaten, Zwiebeln, zwei Soßen sowie ein zusätzliches Gewürz
Foto: KFC
Markenrechtsstreit könnte vor Gericht landen
Inzwischen ist aus dem juristischen Streit auch ein öffentlicher Schlagabtausch geworden: Unter einem Post, der das KFC-Werbevideo zeigt, kommentierte „Krispy Kebab“ spöttisch: „Bleibt lieber bei den Hot Wings (haben stark nachgelassen).“ Der Bielefelder hat einen Anwalt eingeschaltet. Entscheidend ist, ob Verwechslungsgefahr besteht. „Ich rechne damit, dass ich Umsatzeinbußen haben werde“, klagt Kolcu.

Dönerladen-Inhaber Sergen Kolcu im Gespräch mit BILD-Reporterin Charlotte Mahncke
Foto: Christian Müller
Rechtsanwalt Gerritt Olschewski von der Kanzlei Streitbörger zu BILD: „Wir haben dazu geraten, die sich aus der Marke ergebenden Schutzrechte auf Unterlassung gerichtlich geltend zu machen.“ KFC äußerte sich auf BILD-Anfrage bislang nicht. Laut Sergen Kolcu sollen sich die Verantwortlichen inzwischen bei ihm gemeldet haben. In der kommenden Woche soll es ein Treffen geben. Ob der Konzern den Namen in Deutschland weiter nutzen darf, ist offen. Möglich wäre sonst eine Umbenennung, eine Einigung – oder der Fall landet vor Gericht.