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Tokio – Ein schweres Erdbeben hat am Montag die Nordostküste Japans erschüttert und eine Tsunami-Warnung ausgelöst. Inzwischen ist eine erste Flutwelle auf Land getroffen. Nach Angaben der japanischen Meteorologiebehörde (JMA) wurde die Stärke des Bebens zunächst mit 7,4 angegeben und später auf 7,5 hochgestuft.
Die US-Erdbebenwarte USGS meldete eine Stärke von 7,4. Das Beben ereignete sich kurz nach 16.50 Uhr vor der Küste von Sanriku in der Präfektur Iwate. Das Epizentrum lag im Pazifik in rund zehn Kilometern Tiefe. Auch in Tokio, mehrere hundert Kilometer entfernt, schwankten Gebäude.
Evakuierung nach Erdbeben angeordnet
Die JMA warnte vor Tsunami-Wellen von bis zu drei Metern Höhe. Die Tsunami-Warnung gilt für die Präfekturen Iwate, Aomori und Hokkaido. Lokalen Medienberichten zufolge wurden nach dem schweren Erdbeben Evakuierungsbefehle der Stufe 4 für vier Präfekturen (Hokkaido, Aomori, Iwate, Miyagi, Fukushima) erlassen. Betroffen seien demnach 82 811 Haushalte und 171 957 Menschen in 40 Gemeinden.
Tsunami trifft auf Küste
Laut dem Sender NHK traf eine rund 80 Zentimeter hohe Welle die japanische Nordostküste. Der bislang höchste Tsunami wurde in Iwate gemessen. Im Hafen von Miyako wurden zunächst 40 Zentimeter registriert, in Kuji 70 Zentimeter, Tendenz steigend. Auch vor der Küste der Präfektur Fukushima wurde ein Tsunami beobachtet. NHK warnte, dass noch größere Wellen folgen könnten. Die Behörden forderten die Bewohner auf, den Küsten fernzubleiben und sich in höher gelegene Gebiete zu begeben.
Hintergrund:
Ein Tsunami ist keine „normale Welle“. Er ist so gefährlich, weil nicht nur die Oberfläche, sondern die gesamte Wassersäule in Bewegung gerät; die Wellen breiten sich im offenen Ozean mit 700–800 km/h aus. Vor der Küste werden sie abgebremst und türmen sich auf, wodurch enorme Zerstörung entsteht.
Nicht die Höhe, sondern die Masse und Strömung sind das Problem. Selbst wenn der Pegel z.B. um „nur“ 80 Zentimeter steigt, ist das eine riesige Wassermenge mit hoher Geschwindigkeit, die an der Küste aufläuft. Diese Strömung reicht, um Menschen umzustoßen und mitzureißen, Autos zu verschieben, Mauern zu unterspülen. Zudem kann der Wert am Messpegel örtlich eine deutlich höhere Welle bedeuten, z.B. bedingt durch die Küstenform.
Erdbeben der Stärke 7,5: Tsunami-Warnung für Japans Küste!
Quelle: AP, ViralPress20.04.2026
Regierung richtet Krisenzentrum ein
Ministerpräsidentin Sanae Takaichi erklärte, die Regierung richte ein Notfallzentrum ein. In einer Fernsehansprache sagte sie: „Please go quickly to elevated places and evacuation areas,“ und rief die Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen. Eine Taskforce prüfe zudem, ob es Schäden oder Opfer gegeben habe.
Wegen der Erdstöße wurden Hochgeschwindigkeitszüge in Iwate gestoppt. Auch Verbindungen in Aomori an der Nordspitze der Hauptinsel Honshu wurden unterbrochen, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. NHK zeigte Schiffe, die in Erwartung weiterer Wellen den Hafen von Hachinohe verließen.
Die Energieversorger prüfen unterdessen ihre Anlagen. Hokkaido Electric teilte mit, es seien keine ungewöhnlichen Vorkommnisse in thermischen oder Atomkraftwerken festgestellt worden. Tohoku Electric erklärte ebenfalls, es gebe keine Auffälligkeiten in ihren Kern- oder Wärmekraftwerken. Andere Betreiber untersuchen noch mögliche Auswirkungen des Bebens.