Nach jahrelangen Arbeiten ist die Fest-Etage im Dresdner Residenzschloss wiederhergestellt worden. Am Mittwochabend werden der vollendete Große Ballsaal und der sogenannte Propositionssaal feierlich eröffnet. Ab Mittwoch steht Besucherinnen und Besucher eine neue Dauerausstellung mit dem Titel „Masken und Kronen„. Festkultur und Machtrepräsentation am Dresdner Hof“ offen.
Viele der 450 Ausstellungsstücke waren seit mehr als 80 Jahren nicht mehr in Dresden zu sehen gewesen, sagte der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen, Bernd Ebert, MDR SACHSEN.
Gold, Schlitten, Kleider: Zeitreise anhand von Themen
Zu erleben seien „großartige Objekte, wir sehen den sächsischen Staatsschatz, wie er strahlt, in einer Gebäudehülle, die alle begeistert“. In der Schau könne man wie „in einer Zeitkapsel zurückreisen in die Zeit über Themen, die uns auch begeistern“. Zu sehen seien Schmuck, Waffen, Kutschen und Schlitten, Pyrotechnik und Kleider. Ebert ist sich sicher: „Das vergisst niemand, denn es ist kein Disneyland. Es ist eine Atmosphäre, die geschaffen wird, in der die Objekte zum Leben erweckt werden.“
Das vergisst niemand, denn es ist kein Disneyland.
Bernd Ebert
Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen
Im vollendeten Propositionssaal wird Kurfürst August des Starke (1670-1733) in Form einer Puppe mit originalem Krönungsgewand samt Umhang, Krone und Zepter den Besuchern begegnen – „so wie er sich auch in seiner Zeit fast theatralisch wie beim Theaterauftritt inszeniert hat“, sagt Bernd Ebert. Den blauen Seidensamt-Mantel mit Goldstickerei hatte Sachsens Kurfürst am 15. September 1697 in Krakau getragen, als er König von Polen wurde.
Neues Museum im historischen Ort
Im Zweiten Weltkrieg war das Residenzschloss zerstört worden und stand als Ruine in der Stadt. 1985 war noch zu DDR-Zeiten entschieden worden, das Dresdner Residenzschloss wieder aufzubauen. Schon damals war laut Generaldirektor Ebert festgelegt worden, den sächsischen Staatsschatz fürs Publikum auszustellen. Das habe den Weg vorgegeben: einerseits das Gebäude wiederherzustellen und zugleich ein Museum zu bauen. Bund und Freistaat bezahlen rund 407 Millionen Euro für den Wiederaufbau. Der soll im Jahr 2029 komplett abgeschlossen sein.